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Mainz 05 : Momentane Mainzer Zufriedenheit

  • -Aktualisiert am

Ist begeistert vom Teamgeist seiner Mannschaft: der Mainzer Trainer Thomas Tuchel. Bild: dpa

Der FSV will seinen guten Weg beim Auftritt in Hamburg fortsetzen. Zu einer internationalen Kursbestimmung fehlt immerhin nicht viel.

          Es war wohl nur eine Frage der Zeit, dass diese Frage gestellt werden würde. Und nun, vor dem zwölften Spieltag der Fußball-Bundesliga, war es soweit. Mainz 05 hat sich im oberen Mittelfeld der Tabelle festgesetzt, zu einem Abstiegsplatz sind es immerhin sechs Punkte Abstand, zu einer internationalen Kursbestimmung fehlt nicht viel. Ist die Auswärtspartie am Samstag (15.30 Uhr) beim Hamburger SV deshalb ein Schlüsselspiel, das den weiteren Weg weisen könnte? Womöglich in die Region europäischem Zuschnitts? Cheftrainer Thomas Tuchel dachte kurz nach und antwortete: „Es wäre großartig, wenn wir dort gewinnen könnten. Aber welche Bedeutung das hätte, weiß ich nicht. Über die Konsequenzen machen wir uns keine Gedanken.“

          Die Mainzer sind schwach in der Saison gestartet, haben dann immer mehr an Format und Kontur gewonnen, zudem den Ausfall von zwei langzeitverletzten Stammspielern (Eric Maxim Choupo-Moting, Niko Bungert) kompensiert. „Wir sind seit langem in einer guten Phase und im Moment zufrieden mit uns“, sagte Tuchel. „Die Mannschaft lebt einen Teamgeist, wie wir ihn uns nur wünschen können.“ Den Anspruch, eine Mannschaft mit europäischem Format zu sein, haben die Mainzer Verantwortlichen nie formuliert. Den Abstieg zu verhindern, und dies so früh wie möglich, ist stets das Credo von Tuchel und Manager Christian Heidel gewesen.

          „Und viele taktische Aufgaben sind bereits verinnerlicht“

          Dass sich nach einem Drittel der Saison alles etwas anders gefügt hat, ist der eigenen Stärke und der Schwäche einiger stärker eingeschätzten Konkurrenten geschuldet. Und eine Prämisse der Arbeit von Tuchel, einander vertraute Profis mit unveränderten taktischen Aufgaben zu betrauen, ist bestens umgesetzt worden. Die Zahl der Gegentore (13) ist erstaunlich niedrig, eine Folge der exzellenten Raumaufteilung. „Wir wollten das, was wir wissen, auf einem höheren Level und stabiler umsetzen. Und viele taktische Aufgaben sind bereits verinnerlicht“, sagte Tuchel.

          Seit mehr als einer Saison vertraute Lauf- und Passwege haben Mainz 05 relativ unabhängig gemacht von den handelnden Spielern - genau darauf hatte Tuchel gehofft. Und so dürfte es nur bedingt ins Gewicht fallen, dass Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger in Hamburg gelb-gesperrt zuschauen muss. Wieder im Kader sind Innenverteidiger Bo Svensson, Jan Kirchhoff und Ivan Klasnic. Unter der Woche standen dem Mainzer Fußball-Lehrer aufgrund der Länderspielabstellungen zeitweise nur zwölf Profis zur Verfügung, acht Spieler waren von ihren Nationalmannschaften angefordert worden. Dass Klubs mit internationalen Verpflichtungen noch weitaus stärker von der Terminhatz betroffen sind, ist Tuchel durchaus bewusst. Und dennoch: „Es ist ärgerlich, wenn in einer solchen Woche so viele Spieler weg sind.“ Zumal sich der Erkenntnisgewinn bei den meisten Länderspielen in engen Grenzen gehalten habe.

          Wohin der Weg von Mainz 05 führen könnte, dürfte sich in den nächsten Wochen weisen. Unabhängig von dem Hamburg-Spiel. Nach der Heimpartie gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund (24. November), dem Auswärts-Derby bei der Frankfurter Eintracht (27. November) sowie dem Heimspiel gegen den aktuell fast gleichauf plazierten Klub Hannover 96 (1. Dezember). Allesamt hohe Hürden. Da scheint die Aufgabe in Hamburg, trotz des Aufschwungs Nord dank Rafael van der Vaart, vergleichsweise dankbar. „Die Wahrscheinlichkeit, in Hamburg eine gute Leistung und darüber ein positives Ergebnis zu schaffen, ist hoch“, sagte Tuchel.

          Quelle: F.A.Z.

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