Home
http://www.faz.net/-gzg-765bd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 29.01.2013, 19:29 Uhr

Mainz 05 „Gewinnertyp“: Neuzugang Niki Zimling

Der Rollentausch mit Polanski ein gutes Geschäft für den FSV Mainz 05. Niki Zimling gilt als Spieler, der stets den Kopf oben hat und Vollgas gibt.

© dpa Kein eleganter Spieler, aber Niki Zimling hat andere Qualitäten.

Eines scheint gewiss: Eine lange Eingewöhnungsphase wird Niki Zimling nicht benötigen. Bei der Vorstellung des 27 Jahre alten dänischen Nationalspielers wurde ausschließlich Englisch gesprochen, etwa zwanzig Minuten, Zimling lobte die Bundesliga als eine der besten Ligen der Welt und seinen neuen Klub Mainz 05 („Nach allem, was ich gehört habe, war der Wechsel keine schwere Entscheidung“), plauderte über seine privaten Verhältnisse („Ich bin ein Familienmensch“). Nur bei der Position, die er künftig ausfüllen wird, und der Frage nach dem erstmöglichen Einsatz druckste er herum und blickte vielsagend nach rechts. Dort saß der Mainzer Trainer Thomas Tuchel.

Doch auch Zimlings neuer Chef ließ alles im Ungefähren. „Er kann auf der Position sechs, acht oder zehn spielen.“ Ja, und ob der zentrale Mittelfeldprofi an diesem Samstag im Topspiel gegen Bayern München dabei sein werde - „ich weiß es noch nicht“. Als alles vorüber war und Zimling sich in den Nachmittag verabschiedet hatte, stand der Mainzer Manager Christian Heidel auf und meinte: „Niki versteht und spricht auch gut Deutsch. Er war jetzt nur noch etwas unsicher.“ Was sich bald legen dürfte, wenn die ersten Eindrücke nicht täuschen. Denn nicht nur Tuchel hat nach dem ersten Training den Eindruck, dass sich Zimling „sehr schnell zurechtgefunden hat“.

„Ich bin kein eleganter Spieler, aber ich gebe immer hundert Prozent“

Vier Tage ist der Rollentausch im Mittelfeld des Tabellenfünften Mainz 05 jetzt her - Eugen Polanski hatte den Klub in Richtung 1899 Hoffenheim verlassen, Zimling war vom FC Brügge gekommen -, und nach Lage der Dinge hat Heidel mal wieder ein gutes Geschäft gemacht. Die Ablösesumme für Polanski soll drei Millionen Euro betragen, für Zimling 2,3 Millionen. Das ist schon einmal das erste Plus. Zuverlässige Quellen sprechen zudem davon, dass Polanski im abstiegsbedrohten Hoffenheim eine Verdreifachung seines Gehalts ausgehandelt haben soll. Was die sportliche Notlage im Kraichgau nochmals dokumentiert. Als Polanski um die Freigabe bat, erkundigte sich Zimling über seinen möglichen neuen Arbeitgeber. Wobei weniger sein dänischer Landsmann im 05-Trikot, Bo Svensson, der Whistleblower gewesen ist; Zimling erkundigte sich bei Leon Andreasen und Mohamed Zidan, zwei ehemaligen Mainzern. Über die Bundesliga im Allgemeinen klärte ihn William Kvist vom VfB Stuttgart auf. Die beiden kennen sich seit dem zwölften Lebensjahr, haben gemeinsam alle dänischen Auswahlmannschaften durchlaufen.

„Ich bin kein eleganter Spieler, aber ich gebe immer hundert Prozent“, sagte der 15-malige Nationalspieler Zimling. Bröndby IF, Esbjerg fB 98, Udinese Calcio, NEC Nimwegen - Zimling ist in seiner Karriere schon ziemlich herumgekommen. Wohl auch deshalb macht ihm der kurzfristige Wechsel nichts aus. „Here I am“, meinte er. Auf dem Spielfeld erwartet Tuchel aber alles andere als Freundlichkeiten. Dass er verstärkt auf Profis setzt, die trotz aller Teamarbeit in Grenzsituationen vorangehen, den Kopf oben haben, die Brust herausdrücken und ihren Führungsanspruch auch verbalisieren, hatte Tuchel schon zu Saisonbeginn formuliert. Jetzt hat er Zimling. „Wir brauchen Gewinnertypen. Und wenn ich ihm in die Augen schaue, weiß ich: Er möchte gewinnen.“

Tuchel wird Zimling in den nächsten Tagen verstärkt überprüfen, wobei die körperliche Fitness nicht das Problem sein dürfte. Eher schon die hohen taktischen Anforderungen des Mainzer Cheftrainers. Wobei auch alles ganz schnell gehen könnte mit dem ersten Pflichtspiel von Zimling für Mainz 05. Denn Innenverteidiger Svensson verspürte am Dienstag ein leichtes Ziehen in den Bauchmuskeln, der defensive Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger brach das Training wegen Schmerzen in der Wade ab. Bei Elkin Soto, einem anderen Defensivprofi, hofft Tuchel auf weitere Fortschritte beim Abklingen der Muskelzerrung im Oberschenkel. Zimling ist derzeit komplett gesund, das könnte ein Vorteil bei der Kaderzusammenstellung für das Bayern-Spiel sein.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mainz 05 Dicke Luft vor den tollen Tagen

Karneval und trotzdem nichts zu lachen: In Mainz steigt die Nervosität wegen der ungelösten Frage zur Zukunft von Manager Heidel. Und vor dem Bundesligaspiel gegen Gladbach sorgt nun auch noch der Präsident für Unruhe. Mehr Von Daniel Meuren, Mainz

29.01.2016, 17:02 Uhr | Rhein-Main
Henrich Mchitarjan Ich habe wieder Selbstvertrauen!

Henrich Mchitarjan weiß, bei wem er sich bedanken muss. Mit Trainer Thomas Tuchel platzte bei dem Armenier endlich der Knoten. Sein Formanstieg ist mit ein Grund, warum Dortmund wieder strahlt. Mehr

06.02.2016, 09:26 Uhr | Sport
Fußball-Transferticker Klopps Wunschspieler für Rekordsumme nach China

In der Fußball-Bundesliga sind Wechsel nicht mehr möglich. Dafür schlagen die Chinesen kräftig zu und holen einen Brasilianer für stolze 50 Millionen Euro – zum Unmut von Jürgen Klopp. Mehr

05.02.2016, 09:12 Uhr | Sport
Tennis Profi-Spiele sollen manipuliert worden sein

Mehrere Top-Spieler sollen nach Medienberichten ihre Partien manipuliert haben. Trotz entsprechender Hinweise, hätten die Verantwortlichen der Tennis-Verbände nicht reagiert. Mehr

18.01.2016, 15:27 Uhr | Sport
2:0 gegen Ingolstadt Aubameyang und der BVB bleiben sich treu

Borussia Dortmund hat große Schwierigkeiten mit Aufsteiger Ingolstadt: Ein kurioses Eigentor von Mats Hummels wird vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Danach erlöst der übliche Verdächtige seinen BVB. Mehr Von Richard Leipold, Dortmund

30.01.2016, 17:44 Uhr | Sport

Vorsicht mit dem Ball

Von Ewald Hetrodt

Der Ball des Sports kostet die Stadt Wiesbaden eine halbe Million Euro. Doch der Effekt für die Stadt ist fraglich. Noch fraglicher ist daher, warum die Stadt einen langjährigen Vertrag mit der Sporthilfe abschließen möchte. Mehr 1

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen