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Magistrat Der neue Mann für die angewandte Kunst

27.01.2012 ·  Frankfurt habe er „lieben und schätzen gelernt“, sagte Matthias Wagner K, und irgendwie muss die Stadt das gemerkt haben, denn sie erwiderte prompt seine Zuneigung.

Von Michael Hierholzer, Frankfurt
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Der Magistrat hat gestern der Empfehlung von Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) entsprochen und den 1961 geborenen Ausstellungskurator, Festivalleiter und früheren Theatermann zum neuen Direktor des Museums für Angewandte Kunst berufen. Am 1. März tritt er die Stelle an. Wagner K war maßgeblich am Auftritt des Gastlandes Island auf der Buchmesse 2011 beteiligt und hatte in den vergangenen drei Jahren zur Vorbereitung verschiedener Ausstellungen und Präsentationen viel Zeit in Frankfurt verbracht.

Unter anderem zeigte er eine Schau mit zeitgenössischem isländischen Design im strahlend weißen, wenn auch seit längerem wegen nicht enden wollender Sanierungsarbeiten entstellten Richard-Meier-Bau. Dabei lernte er das Haus gut kennen. „Dass ich es wenig später leiten werde, hätte ich mir allerdings nicht gedacht“, gab er lachend zu. Den einzeln stehenden Buchstaben hinter seinem Namen, auf den er immer wieder angesprochen wird, verdankt er seinem Großvater. Dieser mochte Richard Wagner nicht und führte das nachgestellte „K“ zur Unterscheidung von allen anderen Wagners dieser Welt in die kulturbürgerliche Jenaer Familie ein.

Auseinandersetzung mit der „Ästhetisierung des Alltagslebens“

Der Kulturdezernent wünscht sich mehr Design und eine Auseinandersetzung mit der „Ästhetisierung des Alltagslebens“ im früheren Museum für Kunsthandwerk. Ein Thema, um verstärkt ein jüngeres Publikum an das Haus zu binden, seien die Mode und die kulturellen Konsequenzen aus der Vorliebe für bestimmte Marken, sagte Semmelroth. Wagner K führte aus, dass er hier Schwerpunkte setzen wolle. Das Museum verstehe er aber nicht nur als einen Spiegel dessen, was es an Design gebe, sondern vor allem als einen Ort der Diskussion über die Gestaltung des privaten wie des öffentlichen Umfelds. Schließlich sei in der Gegenwart „alles gestaltet“, da stelle sich etwa die Frage nach der Nachhaltigkeit, nach Objekten, die einen ein Leben lang begleiten.

Sowohl die Architektur als auch die Lage des Museums für Angewandte Kunst seien hervorragend, führte Wagner K aus. Er könne sich Kooperationen mit seinen Nachbarn am Museumsufer, etwa dem Weltkulturen-Museum, ebenso vorstellen wie mit den Ausstellungshäusern auf der anderen Main-Seite. Die Institution müsse und könne aber auch besser international vernetzt werden. Zur Ausstellungskonzeption sagte er: „Jedes Ding hat seine Geschichte, kommt aus einer bestimmten Zeit, kann vergangene Zeiträume erschließen.“ Man könne heute nicht mehr alles nur in Vitrinen zeigen, müsse vielmehr größere Zusammenhänge herstellen. Auch dem Thema Industriedesign wolle er sich künftig ausführlicher widmen. Er habe vor, eine neue Begeisterung für das Museum für Angewandte Kunst zu wecken, sagte Wagner K. Dann werde es auch möglich sein, für ehrgeizige Ausstellungsprojekte Drittmittel einzuwerben.

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Jahrgang 1955, Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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