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Lufthansa kritisiert Fraport : Frankfurter Flughafen nicht „premium“ genug

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Überteuert und nicht gut genug: Lufthansa kritisiert den Frankfurter Flughafen. Bild: dpa

Die Lufthansa übt scharfe Kritik am Frankfurter Flughafen. Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr hält das Drehkreuz für überteuert und kündigt Konsequenzen an.

          Trotz erster Kostenentlastungen im laufenden Jahr übt die Lufthansa weiterhin scharfe Kritik am Frankfurter Flughafen. Das Drehkreuz sei noch immer der teuerste Flughafen im Lufthansa-System, sagte der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr bei der Hauptversammlung seines Unternehmen in Frankfurt.

          Außerdem erfülle der Flughafen aktuell nicht die Erwartungen an Premium-Qualität. „Das muss sich ändern. So lange verlagern wir unser Wachstum verstärkt nach Zürich, München und Wien.“ Das zeige sich auch an dem am Montag verkündeten Erwerb von zwei weiteren Boeing 777 für die Konzerntochter Swiss.

          Zunehmend knappe Personalressourcen

          Die Luftfahrtindustrie wird nach Auffassung von Spohr in den nächsten Jahren nicht mehr so schnell wachsen. Die Gesellschaften hätten zunehmend mit knappen Ressourcen beispielsweise beim Personal, bei Ersatzteilen und Flugzeugen zu kämpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende am Dienstag am Rande der Hauptversammlung seines Unternehmens in Frankfurt. Auch die Infrastruktur am Boden reiche nicht mehr aus.

          Das Angebot werde künftig nicht mehr stärker als die Nachfrage steigen, sagte Spohr. Lufthansa werde aber an dem stattfindenden Wachstum teilhaben. Die Passagiere könnten nicht mehr mit immer billigeren Tickets rechnen: „Der Preisverfall wird nicht so schnell weitergehen wie in der Vergangenheit.“

          Dritter Rekordgewinn in Folge

          Spohr geht mit einem Rekordgewinn im Rücken in die Hauptversammlung. Im Geschäftsjahr 2017 hat der Dax-Konzern mit 2,37 Milliarden Euro den dritten Rekordgewinn in Folge eingeflogen. Die Anteilseigner sollen in Form einer von 50 auf 80 Cent erhöhten Dividende an dem Erfolg teilhaben.

          Aktuell geht es im Konzern vor allem darum, die Direktflugtochter Eurowings auf Gewinnkurs zu bringen. Mit der Integration der vollständig übernommenen Brussels Airlines und von Teilen der insolventen Air Berlin sind die Kosten bei der expandierenden Tochter deutlich gestiegen. Spohr erwartet einen Verlust im dreistelligen Millionen-Bereich. Weitere Übernahmen stehen nach Interview-Aussagen von Eurowings-Chef Thorsten Dirks derzeit nicht auf der Liste.

          Neben der Bilanz soll auf der Hauptversammlung auch eine neue Satzung der Aktiengesellschaft beschlossen werden. Auf seiner ersten Hauptversammlung als Aufsichtsratschef legt der frühere Merck-Chef und ehemalige Lufthansa-Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley eine Neufassung vor.

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