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Linkspartei Hauptsache, die Fünf steht

18.01.2009 ·  Auf der Wahlparty der Frankfurter Linkspartei sind die Anhänger zwar zufrieden, aber keineswegs begeistert. Die Linke kann von der Schwäche der SPD nicht profitieren - und wundert sich über das Ergebnis.

Von Philip Eppelsheim
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Der Jubelschrei von Lothar Reininger kommt, noch bevor er erfährt, wie viele Stimmen seine Partei bei der ersten Hochrechnung erreicht hat. Der Fraktionschef der Linken in Frankfurt klatscht und lacht, als er die Prognose für die CDU auf einem der Bildschirme im Römer sieht: 37,5 Prozent. „Es gibt einen Wahlverlierer, und der heißt Roland Koch“, sagt er. Kurz darauf reckt er die Faust in die Höhe. „Ja.“ Die Linkspartei kommt auf 5,1 Prozent.

Von einer Zitterpartie hatte Reininger zuvor gesprochen. „Ich hoffe, die Fünf steht.“ Nun spricht er davon, dass seine Partei stabil sei. „Wenn wir zweimal hintereinander den Einzug in den Landtag schaffen, dann zeigt es das doch.“ Ärgerlich sei, dass die Linkspartei „nur“ bei der Fünf-Prozent-Marke stabil sei. Und ganz sicher, ob es am Ende nicht doch knapp unter fünf Prozent sein könnten, ist Reininger sich dann doch nicht: „Erst mal abwarten, ob wir drin bleiben.“ Das sagt auch seine Stellvertreterin Carmen Thiele, obwohl ihr „vor Freude ganz schön warm“ wird, wie sie sagt. „Hauptsache, die Fünf steht vorne.“

„Wir haben ganz schön gezittert“

Auf der Wahlparty der Frankfurter Linkspartei im DGB-Jugendhaus sind die Anhänger der Partei zwar zufrieden, aber keineswegs begeistert. Auch nicht, als ihre Partei bei den nächsten Hochrechnungen 5,2 Prozent erzielt. Nur vereinzelt wird geklatscht. „Wir haben ganz schön gezittert“, gibt eine Frau zu. Aber dann sagt auch sie: „Hauptsache, die Fünf steht.“ Doch andere Parteimitglieder wundern sich über das Ergebnis. Warum hat die Partei nicht von der Finanzkrise profitiert, warum hat sie keine ehemaligen SPD-Wähler anziehen können? „Was ist mit denen, die das alles in Hessen nicht wollen, den Arbeitern und Hartz-IV-Empfängern? Warum kriegen wir die nicht?“

Einer der Skeptischen ist Franz Uphoff. Es sei zwar positiv, dass die Linkspartei wieder in den Landtag einziehe und somit auch stärker in der Öffentlichkeit auftreten könne, doch habe die Partei nicht von den Krisenzeiten profitieren können. „Wenn eine geringere Wahlbeteiligung ist, dann haben uns doch sogar weniger gewählt als vor einem Jahr.“ Der hessische Spitzenkandidat Willi van Ooyen gibt an diesem Abend zu, dass die Partei nicht alle erreicht habe, die sie habe erreichen wollen. Einige seien wohl resigniert. „Es gab keine Euphorie für Links“, meint Reininger. Doch die Hauptsache sei erst einmal der Wiedereinzug in den Landtag.

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Jahrgang 1981, Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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