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Lehrer scheitert mit Klage : E-Zigaretten auf Schulhöfen weiter verboten

  • Aktualisiert am

Sehen aus wie Zigaretten mit Tabak - und bleiben auf hessischen Schulhöfen wie diese weiter tabu: E-Zigaretten Bild: dapd

Zumindest in Hessen kommen Lehrer während der Arbeit nicht mehr zum Zuge: Auch das Rauchen von E-Zigaretten bleibt verboten. Schließlich sei ein Lehrer auch ein Vorbild, hat jetzt ein Gießener Gericht entschieden.

          In hessischen Schulen und auf Schulhöfen dürfen neben herkömmlichen Zigaretten auch keine sogenannten E-Zigaretten geraucht werden. Das hat das Gießener Verwaltungsgericht entschieden. Damit konnte sich ein Schulleiter durchsetzen, der den Zigarettenersatz verboten hatte.

          Ein klagender Lehrer der Kaufmännischen Schulen in Marburg hatte argumentiert, die E-Zigarette falle nicht unter Nichtraucherschutz- und Schulgesetz. Dagegen beriefen sich Schulleiter und Gericht auf die Gesetzeslage, die das Rauchen in Schulgebäuden und auf dem -gelände verbiete. „Rauchen“ im Sinne der Vorschrift sei auch das Inhalieren einer E-Zigarette, hieß es (Az. 5 K 455/12.GI).

          Stichwort Vorbildfunktion

          Gesundheitliche Auswirkungen der E-Zigarette sind bislang kaum erforscht, ihr Konsum ist umstritten. Bei der E-Zigarette verdampft eine oft nikotinhaltige Flüssigkeit, die der Verbraucher inhaliert. Im Gegensatz zur herkömmlichen Zigarette werden keine Substanzen verbrannt, der Nutzer nimmt keinen Teer auf.

          „Ich erwarte von meinen Lehrkräften, dass sie eine Vorbildfunktion ausüben“, sagte Schulleiter Siegmar Günther auf Anfrage. Seine Schule werde bald das Zertifikat „Gesunde Schule“ erhalten - ergonomische Stühle und gesundes Mittagessen sind dafür ebenso wichtig wie ein Programm zur Suchtprävention.

          Noch nichts rechtskräftig

          Nach Überzeugung der Gießener Kammer wird das Rauchverbot vor allem vom Schulgesetz gestützt. Es gehe nicht nur um den Schutz von Nichtrauchern, sondern auch um Prävention. „Schüler sollen durch das schulische Vorbild nicht in die Versuchung geführt werden, etwas nachzuahmen, das nach der Bewertung fachkundiger Stellen ein gesundheitliches Gefährdungspotenzial aufweist“, entschied das Gericht. Schwacher Trost für den Lehrer: Rauchen darf er die Zigarette zwar nicht, zeigen darf er sie dagegen sehr wohl.

          Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Lehrer kann dagegen in Berufung gehen.

          Quelle: LHE

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