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Leasen von E-Bikes : Mit dem Dienstrad zum Termin

Nicht nur gut für die Fitness: Mit dem geleasten Dienstfahrrad können Mitarbeiter auch Geld sparen. Bild: Kien Hoang Le

E-Bike statt E-Klasse: Das Dienstrad als Leasing-Modell für Mitarbeiter kommt in Mode. Das ist nicht nur gut für Umwelt und Gesundheit, es lohnt sich auch finanziell. Das Verbraucherthema.

          Die Deutsche Telekom macht es, die Commerzbank ebenso, und seit kurzem auch die Deutsche Bahn: Sie alle bieten ihren Mitarbeitern an, sich im Zuge einer Gehaltsumwandlung ein Dienstrad zu finanzieren. Möglich ist das seit Ende 2012. Seitdem ist das Dienstfahrrad dem Dienstwagen steuerlich gleichgestellt. Das heißt, der Mitarbeiter kann mit dem Dienstrad nach Feierabend in die Natur radeln, und auch Familienmitglieder dürfen in den Sattel steigen.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dafür werden wie beim Dienstwagen ein Prozent des Anschaffungspreises als sogenannter geldwerter Vorteil versteuert. Unterm Strich können Arbeitnehmer gleichwohl sparen, weil die Leasingrate die Steuerschuld reduziert und sie das Rad am Ende der dreijährigen Laufzeit günstig kaufen können. Grundsätzlich gilt: je teurer das Rad, umso größer die Ersparnis (siehe Kasten).

          Jobrad hat sich aufs Leasen spezialisiert

          Das hat sich inzwischen offenbar herumgesprochen, nicht zuletzt bei Fans teurer E-Bikes, mit denen auch Banker im Anzug flott und ohne Schwitzen ans Ziel kommen. Dass sie dabei schneller als mit dem Dienstwagen sind, wurde bei einem Versuch in Schwerin bewiesen, bei dem Berufspendler mit allen Fortbewegungsmitteln zehn Tage lang auf einer Strecke von sechseinhalb bis acht Kilometern gegeneinander antraten. Das Fahrrad war insgesamt das schnellste Verkehrsmittel.

          Im Schnitt zwei Räder pro Woche verkauft die Frankfurter Filiale von Zweirad Stadler an hiesige Firmen. „Wir spüren den Trend deutlich“, sagt Niederlassungsleiter Jürgen Welz. Das gilt auch für die Dienstleister, die Unternehmen die Arbeit beim Leasing abnehmen, etwa die Freiburger Lease-Rad GmbH, besser bekannt unter der Marke Jobrad. In Frankfurt kooperiert der Branchenprimus, der bereits seit 2008 im Leasing-Geschäft ist und sich als Pionier des Dienstfahrrad-Leasings versteht, mit 130 Fachhändlern, kleinen Einzelgeschäften wie großen Ketten. Der Dienstleister Jobrad, der die Räder im Auftrag der Unternehmen kauft und an diese verleast, verdient wiederum über Rabatte beim Händler.

          Warum Unternehmen beim Leasen zögern

          Stadler ist auch dabei. Das Fahrradhaus arbeitet aber auch mit anderen Dienstleistern, etwa Eurorad oder Business-Bike, deren Leistungen oft interessanter seien, wie Filialleiter Welz sagt. Er empfiehlt, die Konditionen der Dienstleister, etwa zum Akku-Verschleiß oder zur Diebstahlversicherung, zu vergleichen.

          Jobrad hat gleichwohl die Nase vorn, nicht zuletzt wegen seines Erfahrungsvorsprungs, wie eine Sprecherin sagt. Bundesweit arbeiten die Freiburger mit 2800 Arbeitgebern zusammen, davon auch mehrere hundert Unternehmen im Frankfurter Raum. Unter diesen sind kleine Handwerksbetriebe ebenso wie Mittelständler und große Konzerne. Die Deutsche Bahn ist seit 1. September Kunde und berichtet von 540 Bestellungen in der ersten Woche, mehr als 1800 Mitarbeiter haben sich bisher für ein Leasing-Rad registriert.

          Andere Unternehmen scheuen aus Sorge, Leasing mache zu viel Arbeit und koste Geld, den Schritt. Die Leasing-Dienstleister halten mit automatisierten Abläufen dagegen, etwa indem sie Arbeitgebern ein Online-Portal zur Verfügung stellen, über das Bestellung und Vertrag abgewickelt werden können. Der Überlassungsvertrag muss laut „Finanztest“ sauber formuliert werden, damit das Modell steuerrechtlich auf sicheren Füßen steht.

          Auch gut, um das Nachhaltigkeits-Image aufzupolieren

          Die schlanken Abläufe haben seinerzeit auch die Commerzbank überzeugt, die bereits vor zwei Jahren ins Leasing-Geschäft eingestiegen ist und inzwischen mehr als 600 Mitarbeiter auf der Dienstfahrrad-Liste hat, davon 350 in Frankfurt. „Die Abläufe sind weitgehend automatisiert. Dadurch ist der Aufwand sehr gering“, sagt Markus Beyersdörfer, Leiter der Benefits-Abteilung bei der Commerzbank.

          Wie Mitarbeiter sparen auch die Unternehmen über geringere Bruttolöhne Steuern und Sozialabgaben. Nicht wenige Firmen geben das Geld als Leasing-Zuschuss an ihre Mitarbeiter weiter. Oder sie übernehmen die Versicherungsprämie und die Kosten für Wartung und Inspektionen. Dann wird das Dienstfahrrad noch attraktiver.

          Auf der Haben-Seite für Unternehmen steht: Mitarbeiter, die sich mehr bewegen, sind gesünder und fehlen seltener im Büro. Nicht zuletzt können Unternehmen mit dem Dienstrad-Angebot ihr Nachhaltigkeits-Image aufpolieren. Laut Jobrad zieht bei vielen Unternehmen auch das Argument, dass Flächen für Parkplätze eingespart werden können. Auf einen Pkw-Stellplatz passten sieben Fahrräder, heißt es.

          Lesen und Sparen

          Mit einem über den Arbeitgeber finanzierten Dienstrad sparen Beschäftigte laut „Finanztest“ bis zu 30 Prozent des Kaufpreises, den sie üblicherweise als Privatperson für ein Rad bezahlen würden. Die Raten für das Leasingrad werden direkt vom Bruttolohn abgezogen. Dadurch zahlt der Mitarbeiter – ebenso wie der Arbeitgeber – weniger Steuern und Sozialabgaben.

          Das lohnt sich, auch wenn ein Prozent des Anschaffungspreises als sogenannter geldwerter Vorteil – wie beim Dienstwagen – wieder oben drauf kommen. Zumal der Arbeitnehmer die Kilometer zur Arbeit pauschal mit 30 Cent bei der Steuer geltend machen kann. Ein konkretes Beispiel: Wer 4000 Euro im Monat brutto verdient und ein 2700 Euro teures Rad least, kommt laut „Finanztest“ bei einer üblichen Laufzeit von drei Jahren inklusive Fahrradversicherung auf eine monatliche Belastung von knapp 80 Euro.

          Statt 4000 Euro sind, den geldwerten Vorteil von 27 Euro hinzugerechnet, nur knapp 3947 Euro zu versteuern. Die tatsächliche Nettobelastung beläuft sich auf 51 Euro im Monat. Übernimmt der Mitarbeiter das Rad am Ende der Laufzeit mit einer Restrate von 270 Euro (zehn Prozent des Kaufpreises) hat er am Ende 2106 Euro gezahlt und spart damit knapp 600 Euro im Vergleich zum Privatkauf des Rades

          Quelle: F.A.Z.

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