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Landwirtschaft Spargelbauern: Preissturz und höhere Kosten

23.06.2008 ·  Zunächst machte das Wetter nicht mit, dann stürzten die Preise: Die Spargelbauern in Hessen blicken trotz guter Erträge auf Vorjahresniveau auf eine durchwachsene Saison zurück.

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Zunächst machte das Wetter nicht mit, dann stürzten die Preise: Die Spargelbauern in Hessen blicken trotz guter Erträge auf Vorjahresniveau auf eine durchwachsene Saison zurück.

„Wir haben noch keine genauen Zahlen, aber die Umsätze sind wohl um fünf bis sechs Prozent gesunken“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt, am Montag in Weiterstadt bei Darmstadt: „Erst verzögerte sich die Ernte wegen der Witterung, dann hatten wir nach Pfingsten zu viel Spargel, und die Preise purzelten um 30 bis 40 Prozent.“ Auf dem Großmarkt für den Lebensmittelhandel seien Kilopreise von 2,50 bis drei Euro bezahlt worden. Die Situation habe sich trotz großer Nachfrage nicht wieder verbessert. „Der Lebensmittelhandel bestimmt die Preise, ohne Direktvermarktung würde es nicht gut aussehen“, sagte Meinhardt, der das Edelgemüse selbst auf rund 100 Hektar anbaut. Zusätzlich seien die Betriebskosten um gut 15 Prozent gestiegen.

Die Saison hatte dieses Mal rund zwei Wochen später begonnen als im ungewöhnlich warmen Vorjahr, als in Hessen rund 10 400 Tonnen geerntet wurden. Sie endet traditionell am heutigen 24. Juni (Johanni). Zur Hochsaison Mitte Mai hätten einige Landwirte unter Engpässen bei den Saisonarbeitskräften gelitten, sagte Peter Lipp, der auf rund 120 Hektar in Weiterstadt Spargel anbaut: „In der Haupterntezeit blieb bei uns und bei Kollegen einiges liegen.“

Größere Engpässe gab es allerdings bei der Erdbeerernte. „Ich hätte an einigen Tagen 100 Leute mehr gebrauchen können“, sagte Meinhardt. 30 Prozent der Früchte auf seinen 15 Hektar großen Feldern seien nicht gepflückt worden. Er müsse nun gegenüber dem Vorjahr Umsatzeinbußen von etwa 150 000 Euro in seinem Betrieb verkraften: „Die Saison war enttäuschend.“ Lipp bestätigte, dass Erdbeeren durch die Hitzewelle im Mai „sehr plötzlich“ bereit für die Ernte waren, zunächst aus Mangel an Helfern aber nicht komplett gepflückt werden konnten: „Danach gingen die Preise total in den Keller, und es lohnte sich nicht mehr, den Großhandel zu beliefern.“

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