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Für Auftritt im NSU-Prozess : Land Hessen bezahlte rechtsextremen V-Mann

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Die Frauen im grauen Blazer am rechten Bildrand ist die Angeklagte Beate Zschäpe: Blick in den Sitzungssaal des NSU-Prozesses Bild: dpa

Fast 400 Euro an Spesen für seine Zeugenaussage im Münchner NSU-Prozess hat ein Rechtsextremist aus Kassel vom Land Hessen erhalten. Der Mann war von 2003 bis 2007 Informant des Verfassungsschutzes.

          Hessen hat dem Kasseler Neonazi und ehemaligen V-Mann Benjamin G. fast 400 Euro an Spesen für seine Zeugenaussage im Münchner NSU-Prozess Ende 2013 bezahlt. Es handle sich bei den 396,17 Euro um Tagegeld und Fahrtkosten, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) im Landtag. 200 Euro seien dabei in ein „Vorbereitungstreffen“ geflossen.

          Dazu nannte Beuth im Innenausschuss keine Details. Wie viel Geld Hessen für einen Anwalt des ehemaligen V-Manns zahlte, konnte der Innenminister auch nicht sagen. Das Landesamt für Verfassungsschutz hatte bereits im November 2011 entschieden, dem V-Mann einen Rechtsbeistand zur Verfügung zu stellen.

          Zeitweise tatverdächtig

          Benjamin G. war in Kassel Informant des Verfassungsschutzes von 2003 bis 2007. Sein Verbindungsmann Andreas T. war im April 2006 in einem Internetcafé kurz vor oder während der Tat anwesend, als der deutsch-türkische Besitzer Halit Yozgat vom rechtsterroristischen NSU erschossen wurde.

          Der Verfassungsschützer T. - zeitweise auch tatverdächtig - hatte vor der Tat mit seiner rechtsextremen Quelle Benjamin G. telefoniert. Dies hat für viele Spekulationen gesorgt.

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