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Steve Miller in der Alten Oper Shubada du ma ma ma ma dance dance dance

Ob Space Cowboy oder Gangster of Love: Steve Miller gibt sich in der Alten Oper Frankfurt lässig entspannt. Und erstaunlich gut bei Stimme.

© Fricke, Helmut Vergrößern Kein Altherrenausflug: Musiker der Steve Miller Band auf Tournee in Frankfurt

Das Raumschiff muss gut versteckt gewesen sein, oder der „Space Cowboy“ reist nun bequem mit dem Bus zu seinen Auftrittsorten wie der Alten Oper in Frankfurt. Aber Steve Miller wird ja auch nur von einigen „Space Cowboy“ genannt, während andere ihn „Gangster of Love“ rufen. So weiß man’s aus „The Joker“, dem größten der zahlreichen Hits der Steve Miller Band, die allerdings vor 30 Jahren - „Abracadabra“ - plötzlich verschwunden schien. Das hatte allerdings nichts mit faulem Zauber zu tun, sondern mit dem sich verändernden Geschmack des Massenpublikums, für den der bisher so gekonnt Blues, Psychedelic Rock und schwerelosen Poprock vereinnahmende Steve Miller keine geeignete Formel mehr fand. Der Sänger und begnadete Gitarrist stellte daraufhin aber nicht sein Instrument in die Ecke, sondern tourte munter weiter und traf sich mit anderen Rockgrößen zu Jams. Nur neue Alben nahm er kaum noch auf.

Dafür blieben die alten Songs eigentlich stets präsent, ob nun in Werbespots, als Cover-Versionen oder als fester Bestandteil im Programm unzähliger Radiosender. Darüber ließe sich fast Millers tatsächliches Alter vergessen und so die kleine Schrecksekunde erklären, als Steve Miller und seine fünfköpfige Begleitband die Bühne des vollbesetzten Großen Saals der Alten Oper betraten: Der doch eigentlich ewig junge, in der Sonne musizierende „Joker“ ist ein vor drei Wochen 69 Jahre alt gewordener weißhaariger Mann, dem ausgerechnet ein 72-Jähriger, der Soul-Haudegen Sonny Charles, beim Harmoniegesang assistiert. Doch der zweistündige Auftritt der Steve Miller Band war kein Altherrenausflug. Brauchten die Musiker auch über „Jungle love“, „Take the money and run“, „The Stake“ und „Abracadabra“ einigen Anlauf, um die für Rockkonzerte stets etwas ungeeignet wirkende Alte Oper zu ermessen, war spätestens bei einem kleinen Blues-Intermezzo jene entspannte Lässigkeit erreicht, die Millers Markenzeichen ist. Selbst Blues-Klassiker wie Bobby „Blue“ Blands „Further on up the road“ oder Otis Rushs „All your love (I miss loving)“ klangen nicht erdenschwer, sondern geradezu federnd, vom so spaßigen wie mitreißenden „Shubada du ma ma ma ma“, das jeden Soul- und Funk-Sampler zieren würde, ganz zu schweigen.

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Keine Nostalgie-Show

Noch weiter in ihrer 1967 in San Francisco begonnenen Geschichte ging die Steve Miller Band dann mit „Kow Kow (Calculator)“ zurück, einem epischen Bluesrock-Titel vom 1969 erschienenen Album „Brave new world“, was Miller gleich noch willkommene Gelegenheit zum Hinweis gab, dass die ersten fünf Alben der Band gerade wiederveröffentlicht worden sind. Die, vorzüglich allesamt, bieten allerdings noch nicht den Miller-Sound der siebziger Jahre. Eher kommt einem die Jimi Hendrix Experience in den Sinn. Derlei Gedanken wurden beim Frankfurter Konzert sogar noch befeuert, trat doch als besonderer Gast ein Freund Millers aus Seattle auf die Bühne. Natürlich nicht der selige Jimi Hendrix, dafür aber dessen Wiedergänger Randy Hansen. Der ist in den Musiklokalen des Rhein-Main-Gebiets kein Unbekannter, wo er bei seinen endlosen Tourneen immer wieder Station macht.

Mit Hansen bot Steve Miller unter anderem eine schneidende Version des Electric-Flag-Klassikers „Texas“, vor allem mit seinem eigenen „Sugar babe“ den ersten Aufruf zur Party voller Gute-Laune-Musik, derentwegen die meisten Besucher gekommen sein dürften. Wie zeitlos Miller gerade seine Songs Mitte der siebziger Jahre gelungen sind, konnte man gut bei einer kleinen Akustikeinlage hören, die der Sänger allein mit der Gitarre bestritt. „Wild Mountain Honey“ und „Dance, dance, dance“ würden auch heute noch an jedes Lagerfeuer passen, genauso Millers alter Trademark-Song „Gangster of Love“. Überhaupt präsentierte sich Steve Miller erstaunlich gut bei Stimme. Vorzügliche Musiker hatte er immer schon um sich geschart, weshalb die vom Publikum immer begeisterter gefeierte Hitparade zum Schluss nie an eine Nostalgie-Show erinnerte.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 30.10.2012, 18:19 Uhr

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