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Reynold Reynolds im Atelierhaus Basis : Die grausam verstreichende Zeit

  • -Aktualisiert am

Unheimlich: Der Künstler Reynold Reynolds arbeitet mit verstörenden Bildern Bild: picture-alliance/ dpa

„Six Not-So-Easy Pieces“: Das Frankfurter Atelierhaus Basis zeigt in einer ersten Einzelausstellung Filmarbeiten des amerikanischen Künstlers Reynold Reynolds.

          Die Menschen in Reynold Reynolds’ Filmen sind Geschöpfe der Einsamkeit. Meist zeigt er sie isoliert von anderen, in vermüllten oder von Pflanzen überwucherten Wohnungen, aber selbst wenn diese Menschen nicht alleine sind, können sie doch keinen Kontakt zu einem anderen Lebewesen herstellen. Sie haben keine Sprache. Sie sind bedrängt und verunsichert – gequälte Kreaturen.

          In einer ersten umfassenden Einzelausstellung präsentiert das Frankfurter Atelierhaus Basis (Gutleutstraße 8–12) jetzt unter dem Titel „Six Not-So-Easy Pieces“ sechs Filme des amerikanischen, mittlerweile in Berlin lebenden Künstlers. Entstanden zwischen 2000 und 2008, gestatten die ausgewählten Werke einen Einblick in die technisch und dramaturgisch ausgefeilte Arbeit Reynolds’: Damit er in seinen Filmen Szenen nicht schneiden muss und wie beispielsweise in „Six Apartments“ eine Kamerafahrt über mehrere Wohnungen machen kann, baut er in seinem Studio die Kulisse ganz und gar nach. Oder er zeigt in „Secret Life“ eine junge Frau in einem sich drehenden Apartment: Alle 60 Sekunden bewegt sich die Bühne weiter, während die Protagonistin vergeblich gegen mörderisch wuchernde Pflanzen kämpft. Verfaulende Früchte werden prachtvoll als memento mori in Szene gesetzt.

          Kein Trost, kein Licht, keine Rettung

          Überhaupt ist die Vergänglichkeit, die verstreichende Zeit in ihrer Unerbittlichkeit ein Hauptthema in den Filmen von Reynolds. Kaum ein Werk, das ohne eine laut tickende Uhr auskommt. Manchmal rückt der Tod sogar selbst ins Bild, hässlich und unerklärlich wie in „Sugar“, einem Film, in dem sich eine junge Frau in ihrer Wohnung plötzlich mit einer Toten konfrontiert sieht.

          Eine Handlung allerdings besitzen die Filmarbeiten Reynolds’ nicht, und als Loops präsentiert, ermöglichen sie es dem Betrachter einzusteigen, wann immer er möchte. Und so taucht er ein in eine Welt der inneren Qualen, für die Reynolds schmerzhaft eindringliche Bilder geschaffen hat. Ob er nun in „The Drowning Room“ die Darsteller in einem Zimmer unter Wasser filmt, in dem sie am gedeckten Tisch sitzen, essen oder mit angstgeweiteten Augen im Ehebett liegen müssen; ob er in „Burn“ einen Mann zeigt, der sein Wohnung, seine Frau und sich selbst in Brand steckt, oder ob er in „Secret Machine“ eine junge Frau zum Objekt einer Wissenschaftlerin werden lässt: In Reynolds’ höchst eindrucksvollen Filmen gibt es keinen Trost, kein Licht und keine Rettung. Sie zeichnen Albträume nach, aus denen man erwachen möchte.

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