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Pop Frauenversteher und Rettichretter

11.01.2008 ·  Die Trio-Coverband „Die Fahrt von Holzminden nach Oldenburg“ spielt im Café Exzess, und die Teenage-Rocker „Jolly Goods“ wollen im Club Silbergold vor allem laut und schnell sein: die Konzerte im neuen Jahr.

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Sie ist lange her, die legendäre Fahrt von Holzminden nach Oldenburg. Doch Musikkenner um die 40 werden sich erinnern: „Unser VW war alt und klapprig. Das machte uns nichts aus. Dein Haar roch nach Grüner-Apfel-Shampoo.“ Man muss sich hierzu die Stimme von Trio-Frontmann Stephan Remmler vorstellen, die stoisch und monoton fortfährt: „Ich saß am Steuer, die Hand an der Knüppelschaltung. Du neben mir, die Hand auf meinem Knie. Oh-oh-oh-oh-oh, wir waren so glücklich.“

Das Lied heißt übrigens „Nur ein Traum“. Kein Traum ist „Die Fahrt von Holzminden nach Oldenburg“. Dabei handelt es sich nämlich um eine Trio-Coverband, die am 1. Februar im Frankfurter Café Exzess auftritt. Menschen, die der Meinung sind, das Nachspielen von Trio-Liedern sei keine große Leistung, fordert die Band zum Duell. „Wenn es in eurem Dorf oder eurer Stadt drei Musikanten gibt, die sich zutrauen, die erste Trio-Platte nachzuspielen, dann sollen die sich schnellstens mal bei uns melden“, heißt es auf der Band-Homepage. „Wir kommen dann und treten auf der Bühne gegen euch an.“

Songs berühmter Vorbilder spielen auch The Devilish Double Dylans. Allerdings schreiben sie zu Bob-Dylan-Liedern ihre eigenen Texte. Auf ihrem neuen Album „Rettich Retter“ haben die Stücke so interessante Titel wie „Leute esst Rettich“, „Rettichbrei“ oder „Sabs hat nie ein Ingwerkeks Blues“. Wer die Frankfurter Musiker lautstark „Hey Mr. Rettichretter, rupf eine Rübe für mich!“ schmettern hören möchte, sollte am 31. Januar im Frankfurter Club Das Bett vorbeischauen.

In den Colos-Saal nach Aschaffenburg sollten sich Wishbone-Ash-Fans bemühen. Leider hat sich bislang keine Coverband gefunden, die die Hits der britischen Gitarrenrocker öffentlich nachspielen möchte. Deshalb müssen sich die Herren am 13. Februar noch einmal selbst auf die Bühne stellen, um harten Rock mit sanften Folk-Melodien zu verschmelzen. „The Power of Eternity“ heißt ihr aktuelles Album, aber ewig werden die Herren ihre zwei Lead-Gitarren wohl auch nicht mehr in Stellung bringen können. Auch Ten Years After haben ihre besten Zeiten schon länger als zehn Jahre hinter sich gelassen. Unvergessen der Auftritt beim Woodstock-Festival, als Gitarrist Alvin Lee gefühlte dreißig Minuten die Gitarre zu „I'm going Home“ traktierte.

Auch im Mainzer KUZ will die legendäre Bluesrock-Formation am 17. Januar noch einmal alles geben und nicht nur deutsche Männer, sondern auch Frauen mitreißen. „Deutsche Frau“ lautet übrigens der Titel eines sehr nachdenklichen Songs von Jacques Palminger, den man vor allem von seinen Auftritten mit der Spaß-Combo Studio Braun kennt. „Deutsche Frau, du hast zwei Beine, du gehst damit oft zu weit“, heißt es in dem Lied ein wenig altklug. Auf „Extremchansons, Endlosgedichte, Redestrudel, weinerliche Tiraden und fette Beats“ könne sich freuen, wer am 6. Februar zu Palminger in den Frankfurter Mousonturm kommt, heißt es.

Nur dreißig Minuten dauern die Auftritte der feministischen Trash-Rock-Band Jolly Goods dem Vernehmen nach. Dafür soll es bei ihren Konzerten unglaublich laut, schnell und manchmal sogar furchteinflößend zugehen. Von der Fachpresse werden die zwei Teenager-Schwestern aus Rimbach im Odenwald jedenfalls allenthalben gelobt und mit Sleater Kinney, Kim Gordon oder Beth Ditto von The Gossip verglichen. Am 15. Januar treten die Ladys im Frankfurter Club Silbergold auf.

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