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"Night of the Proms" Gefühle werden jetzt ganz groß geschrieben

 ·  Nichts geht so zu Herzen wie Krankheit und Tod. Wie es der Zufall will, offerierte das 15. Klassik-trifft-Rock-Spektakel „Nokia Night of the Proms“ ausgerechnet zum Jubiläum im fast vier Stunden beanspruchenden Marathon beides als dramatische Höhepunkte.

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Nichts geht so zu Herzen wie Krankheit und Tod. Wie es der Zufall will, offerierte das 15. Klassik-trifft-Rock-Spektakel „Nokia Night of the Proms“ ausgerechnet zum Jubiläum im fast vier Stunden beanspruchenden Marathon beides als dramatische Höhepunkte. Am ersten von drei Gastspielen in der ausverkauften Frankfurter Festhalle wurden die Gemüter einem Wechselbad der Gefühle unterzogen.

Gemeint ist nicht der bombastische Auftakt mit Richard Strauss' „Also sprach Zarathustra“, der es dem kleinen, nur 60 Spieler starken Orchester „Il Novecento“ samt Chor „Fine Fleur“ aus Belgien unter der Leitung von Robert Groslot erlaubte, auf Anhieb ordentlich die Krallen auszufahren. Aber auch nicht Maurice Ravels Bolero und die pathetische Version der Themenmelodie des Computerspiels „Advent Rising“ nach halbstündiger Pause im zweiten Teil.

Schicksale, die unter die Haut gehen

Allzu sehr zu Tränen rührten auch nicht Joseph Haydns Sinfonia G-Dur Hob. I:88, Hector Berlioz‘ Ouvertüre „Le carneval romain“ op. 9, Franz von Suppés Ouvertüre zur Operette „Dichter und Bauer“ oder Peter Tschaikowskys „Blumenwalzer“ aus der „Nußknacker“-Suite, der zahllose Paare im Dreivierteltakt tanzen ließ. Zumal bei der traditionell zur Adventszeit durch die Arenen der Republik rotierenden Veranstaltung mit betont launigen, aber stets ein wenig zu gewollt witzigen Überleitungen von Markus Othmer, Sportmoderator des Bayerischen Rundfunks, von Jahr zu Jahr der Anteil an Klassik abnimmt.

Auch wenn das ungarische Brüderpaar Katona Twins auf der klassischen Gitarre als einzige der Künstler E- mit U-Musik verband. Was minutenlang das Auditorium gerührt applaudieren und Vereinzelte gar zum Taschentuch greifen ließ, waren Schicksale, die unter die Haut gehen. Mit brüchiger Stimme und in gebrochenem Deutsch erklärte der in die Jahre gekommene britische Komponist und Produzent Alan Parsons, dass sein künstlerischer Langzeitbegleiter Eric Woolfson einem Krebsleiden erlegen sei.

Fräulein-Wunder-Boom

Gefühlvolles wie „Eye In The Sky“ und „Silence And I“ im Gespann mit Sänger PJ Olson – obwohl nicht die unbedingt stärksten Arbeiten – dominierten das Set von Parsons, der einst in den Londoner Abbey Road Studios als Assistenz-Toningenieur half, „Abbey Road“ und „Let It Be“ von den Beatles zu mischen. Gegen die Übermacht symphonischer Melancholie kam weder das britische Elektro-Pop-Duo „Heaven 17“ noch die junge Christina Stürmer, Österreichs Beitrag zum abgehakten Fräulein-Wunder-Boom, an.

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