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Museen Frankfurter Städel will aufstocken

21.02.2007 ·  Das Frankfurter Städel soll nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung eine zweigeschossige Erweiterung erhalten. Geplant ist demnach eine zusätzliche Ausstellungsfläche für die bevorstehende Erweiterung der Sammlung.

Von Matthias Alexander und Michael Hierholzer
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Kaum ist die Debatte um den richtigen Umgang mit der Großmarkthalle beendet, müssen sich die Denkmalschützer mit einem weiteren, potentiell heiklen Fall in Frankfurt beschäftigen: Das Städel soll nach Informationen dieser Zeitung eine zweigeschossige Erweiterung erhalten. In dem Aufbau, der auf dem 1921 fertiggestellten Erweiterungstrakt des Altbaus geplant ist, sollen zusätzliche Ausstellungsflächen unterkommen.

Die geplante architektonische Erweiterung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ausbau der Sammlung. Dem Vernehmen nach steht das Städel in Verhandlungen mit einer Reihe von Unternehmen, die beabsichtigen, Teile ihrer Kollektionen dem renommierten Kunstinstitut zu schenken. So soll es Gespräche mit der Deutschen Bank und mit der DZ Bank geben. Gerade im Fall der DZ Bank mit ihrer einzigartigen Sammlung von Fotokunst sollen die Unterredungen schon zu Ergebnissen geführt haben.

„Über Unzulänglichkeiten des Hauses nachgedacht“

Konkret wollte sich Städeldirektor Max Hollein gestern dazu nicht äußern. „Es zählt zu den Aufgaben des Städeldirektors“, sagte er auf Anfrage, „die Sammlung zu erweitern, ganz im Sinn des Stiftungsbriefs von Johann Friedrich Städel.“ Das schließe ein, Gespräche mit Sammlern, mit ganz unterschiedlichen Leuten zu führen, auch über Schenkungen. Es habe immer wieder Gedanken gegeben, das Städel baulich zu erweitern, äußerte Hollein weiter. „Auch über manche Unzulänglichkeiten des Hauses wird nachgedacht, etwa über die schlechte Erschließung der Ausstellungshalle.“ Es gebe aber derzeit keine architektonischen Vorstellungen, wie ein Erweiterungsbau aussehen könne.

Wie zu hören ist, hat das Städel das Frankfurter Architektenbüro Schneider + Schumacher mit einem vertraulichen Gutachten beauftragt, in dem die Machbarkeit geprüft worden ist. Das Büro, dessen Gründer Michael Schumacher und Till Schneider an der Städel-Schule studiert haben, hat dem Vernehmen nach auch schon Computeranimationen anfertigen lassen, um die Sichtbarkeit des Aufbaus aus verschiedenen Perspektiven zu prüfen. Demnach würde der Aufbau so hoch ausfallen, dass er vom Main aus gesehen deutlich über dem Altbau des Städel sichtbar wäre.

Es ist geplant, einen internationalen Wettbewerb für den Aufbau auszuschreiben. Einzelne Fachleute sollen schon gefragt worden sein, ob sie der Jury angehören wollen. Im Frankfurter Magistrat gibt es die Befürchtung, dass vor allem solche Büros zur Teilnahme an dem Wettbewerb eingeladen werden könnten, die der aktuellen Formensprache anhängen. In diese Richtung weisen angeblich die Vorstudien von Schneider + Schumacher. Dieser Verdacht liegt auch deshalb nahe, weil mit Ben van Berkel einer der derzeit prominentesten Vertreter der „niederländischen Schule“ an der Städel-Schule lehrt.

Manche Stimmen für „mutigen Akzent“

Planungsdezernent Edwin Schwarz und Kulturdezernent Felix Semmelroth (beide CDU) werden angesichts der zu erwartenden öffentlichen Debatte und den Erfahrungen mit den Diskussionen um Großmarkthalle und Altstadt eine „konservativere“ Variante anmahnen, so steht zu vermuten. Es gibt aber auch Stimmen, die sich für einen mutigen Akzent am Museumsufer aussprechen. Eine Lösung könnte sein, herausragende Exponenten beider Stilrichtungen an dem Wettbewerb zu beteiligen. Das Ergebnis des Wettbewerbs der Europäischen Zentralbank für das Großmarkthallen-Areal hatte sich auch deshalb als angreifbar erwiesen, weil nur die Vertreter einer dezidiert modernen Architektur zugelassen worden waren.

Bauherr des Aufbaus wäre das Städelsche Kunstinstitut, also die Stiftung, zu der das Museum gehört. Der Erweiterungsbau, dem die neuen Ausstellungsflächen aufgesetzt werden sollen, ist nicht denkmalgeschützt. Die Denkmalpfleger müssen an dem Verfahren aber beteiligt werden, weil das Erscheinungsbild des Altbaus von 1878, dessen im Krieg zerstörte Eckrisalite in den späten fünfziger Jahren nach einen Entwurf von Johannes Krahn ersetzt wurden, beeinträchtigt werden könnte. Krahn, der auch den von Bomben beschädigten Erweiterungsbau umgestaltet hat, war eine der prägenden Gestalten der Städelschule nach dem Krieg. Über einen weiteren Erweiterungsbau für das Städel wird schon länger nachgedacht. So wurde erwogen, ihn am Rand des Skulpturengartens an der Dürerstraße zu errichten. Das Städel war zuletzt durch den 1990 fertiggestellten Neubau von Gustav Peichl an der Holbeinstraße vergrößert worden.

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Jahrgang 1968, Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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Jahrgang 1955, Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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