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Martinazzi-Schau im Meier-Bau Schmückt ungemein

04.07.2009 ·  Bruno Martinazzi schenkt der Menschheit Broschen, Armreifen, Ringe - natürlich aus Gold. Etwa 70 Werke des Meisters sind derzeit im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zu sehen.

Von Michael Hierholzer
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Die Kunst ist frei. Das Kunsthandwerk nicht gar so sehr. Dafür kann es sich um so unbefangener dem ästhetischen Wohlgefallen widmen, dem schönen Schein, dem verführerischen Glanz, der Schönheit, vor deren ungebrochenem Begriff es die Avantgarde graute. Die vornehmste Aufgabe aber der angewandten Kunst ist es, den Menschen zu schmücken.

Das Material, das von altersher diesem Zweck offenbar am besten dient, ist das Gold. Und welche Formen könnten sich dem Leib besser anschmiegen als jene, die am Menschen Maß genommen haben? Ein Goldschmied und Bildhauer, der sich sowohl der Antike als auch der Renaissance verpflichtet fühlt, wird nicht umhin können, so zu denken. Bruno Martinazzi schenkt der Menschheit Broschen, Armreifen, Ringe, die Lippen, Finger, Brüste, Gesäßbacken und anderes Menschliches in edler Perfektion und übermenschlicher Idealisierung zeigen.

Geht ein Riss durch den Kussmund, ist es einer, wie er sich malerisch durch zerborstenen Stein zieht, ein Makel, der die goldschimmernde Herrlichkeit erst vollkommen macht. Etwa 70 Werke des 1923 geborenen Meisters sind derzeit im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst zu sehen. Der Hang zu Eleganz, Prunk und verklärter Vergangenheit wird in der Schau „Maß Zahl Gewicht“ allzu deutlich: Dies gilt gerade auch für die skulpturalen Arbeiten, die Maße und Gewichte zu harmonischen Ensembles vereinigen.

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Jahrgang 1955, Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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