02.09.2009 · Zehn Lang- und 15 Kurzfilme sind beim Internationalen Kinderfilmfestival Lucas in Frankfurt im Wettbewerb. „Der thematische Schwerpunkt liegt in diesem Jahr darin, Lebenswelten von Kindern zu zeigen, darzustellen, was sie interessiert oder glücklich macht“, sagt Festivalleiterin Petra Kappler.
Von Laura SchöffelEr Bao lebt in China. Seine Familie ist arm und ernährt sich von den Tieren, die sie selbst großzieht. Eines Tages freundet sich Er Bao mit einer Sau und ihren Ferkeln an, die bald für das Mittagessen der armen Familie geschlachtet werden soll. Der chinesische Junge ist eine der beiden Hauptfiguren in dem Film „Sonnenblumenkerne“, der beim Internationalen Kinderfilmfestival Lucas in Frankfurt Weltpremiere feiern wird. Vom 6. bis 13. September stehen zehn Lang- und 15 Kurzfilme im Wettbewerb. Der Preis für die Langfilme ist mit 7.500 Euro dotiert, der für die Kurzfilme mit 3.000 Euro.
„Der thematische Schwerpunkt liegt in diesem Jahr darin, Lebenswelten von Kindern zu zeigen, darzustellen, was sie interessiert oder glücklich macht“, sagt Festivalleiterin Petra Kappler. Für die Vergabe der Preise ist wieder eine Jury zuständig, die aus fünf Schülern aus der Rhein-Main-Region und aus fünf Erwachsenen besteht. Darunter sind der Regisseur Hayo Freitag und der KiKa-Moderator Alex Huth.
Klassiker und aktuelle Animationsfilme
Die Beiträge stammen unter anderem aus den Niederlanden, Dänemark und Spanien. Eröffnet wird das Festival mit „Les enfants de Timpelbach“. Der französische Beitrag von Nicolas Bary erzählt die Geschichte eines Dorfs, in dem die Erwachsenen verschwinden und die Kinder auf sich selbst gestellt sind. Von einem behinderten Jungen, der von seiner Familie aus Scham versteckt wird, handelt „Babak“ aus Iran. In der Sowjetunion der achtziger Jahre spielt die Geschichte von Rolanas und Emilija, die sich von Balkon zu Balkon in einer Wohnsiedlung näherkommen. Liebesgeschichten, Krimis, Märchen oder Abenteuerfilme stehen auf dem Programm.
Im Kurzfilmwettbewerb sind zwischen fünf und 25 Minuten lange Beiträge zu sehen, die in vier Reihen Kindern von vier, sechs, neun und zehn Jahren an empfohlen werden. Alle Filme werden im Kino des Deutschen Filmmuseums und im Metropolis gezeigt. Ein Rahmenprogramm begleitet das Festival. Mit dem Schwerpunkt Animationsfilm werden nicht nur Klassiker wie der im Jahr 1933 erschienene Spielfilm „King Kong“ oder aktuelle Animationsfilme wie „Findet Nemo“ gezeigt.
Gespräche mit Filmemachern
Seminare und ein Symposion für erwachsene Teilnehmer beschäftigen sich mit Formen der Animation. Dazu kommen ein Referent von den Pixar Studios und der polnische Chef-Animateur des Oscar-prämierten Kurzfilms „Peter und der Wolf“, Krzysztof Brzozowski. Er demonstriert die Tricktechnik anhand der Original-Puppen und spricht über die Entwicklung des Animationsfilms.
Im Untergeschoss des Museums soll der „LUCAS Aktiv-Bereich“ finden regelmäßig Gespräche mit Filmemachern und Gästen statt, der Kinderbuchautor Paul Maar wird am Freitag, dem 11. September, um 14.30 Uhr dort lesen, und Kinder können selbst Trickfilme produzieren.