13.06.2005 · Der Philosoph Peter Sloterdijk erhält im November in Darmstadt den Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik geht an Hans Keilson.
Der Philosoph Peter Sloterdijk erhält den mit 12.500 Euro dotierten Sigmund-Freud-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay in gleicher Höhe geht an den Psychoanalytiker Hans Keilson. Dies teilte die Akademie am Montag mit. Beide Auszeichnungen werden gemeinsam mit dem Georg-Büchner-Preis am 5. November in Darmstadt verliehen. Dort wird die Jury auch ihre Entscheidung begründen.
Sloterdijk wurde 1947 in Karlruhe geboren und studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte. Seit fünf Jahren ist er Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in seiner Heimatstadt und lehrt dort Philosophie und Ästhetik. In den vergangenen 25 Jahren hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht, unter anderem „Kritik der zynischen Vernunft“ und seine Trilogie „Sphären“. Zuletzt legte er mit „Im Weltinnenraum des Kapitals“ seine Gedanken zur Globalisierung vor.
Der 96 Jahre alte Hans Keilson stammt aus Freienwalde an der Oder. Während der Nazi-Diktatur floh er in die Niederlande, wo er im Untergrund überlebte. Bis heute praktiziert Keilson als Psychoanalytiker in Amsterdam. Sein literarisches Werk umfaßt neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch Porträts aus der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und des Exils.