17.04.2007 · Zusammen sind Starke noch stärker: In Frankfurt widmen sich die Galerie Fach und das Antiken-Kabinett Gackstätter „Italien und der Antike“. Mit erstklassigen Werken.
Von Christa von HelmoltEin Zeitalter und seine Rezeption – das zeigt die Frankfurter Doppelausstellung in der Galerie Joseph Fach (Am Weingarten 7) und dem Antiken-Kabinett Bernd Gackstätter (Ganghoferstraße 24). In beispielhafter Zusammenarbeit widmen die schon in dritter Generation geführte, jetzt in Bockenheim ansässige Kunsthandlung und das international bekannte Antiquitätengeschäft sich in einem Panorama aus etwa hundert kleinformatigen Arbeiten dem Thema „Italien und die Antike“. Die anspruchsvolle Zusammenstellung der durchweg sehr qualitätvollen Werke gewinnt dem immer wieder reflektierten Gegenstand neue Seiten ab.
Dies gilt nicht zuletzt für die attraktiven Aquarelle und lavierten Zeichnungen von vierzig Malern verschiedener Nationen. Längst aufgegeben haben sie das Pathos von Tischbeins Frankfurter Ikone „Goethe in der Campagna“ mit Dichter auf gestürztem Obelisk zwischen Relikten antiker Kunstwerke, Ruinen und in weiter Ferne Rom. So armselig das Leben in der „Ewigen Stadt“ auch war, so magnetisch zog das von Winckelmanns Schriften belebte Antikeninteresse im späten 18. und im frühen 19. Jahrhundert Intellektuelle und Künstler in ihren Bannkreis.
Etruskische Maske des Acheloos
Das galt auch für die Liebhaber, die zu Hause blieben: Wer nicht in sein Sehnsuchtsland fahren konnte, erwarb es, von bekannter Malerhand verklärt, auf Papier oder Leinwand. Wie die Frankfurter Doppelausstellung zeigt, florierte insbesondere der Handel mit Veduten und Landschaften prächtig. Besetzt waren sie mit bekannten oder erdachten Ruinen, pittoresk oder erhaben aufgefassten Monumenten, die wunderbar klar und sauber dargestellt wurden. Während als kostbarstes Beispiel klassischer Landschaftsmalerei ein Blick auf Capri von Johann Wilhelm Schirmer zu sehen ist, steht der Frankfurter Carl Morgenstern mit seinem Blick auf Neapel für den Übergang zur romantischen Landschaft.
Wie großartig klar wirken vor dem Hintergrund dieser hochreflektierten Kunst die Kleinstskulpturen in den Vitrinen, unter ihnen mehrere Jahrtausende alte einfache Idole aus Ton. Wie meisterhaft wurde im siebten vorchristlichen Jahrhundert eine nur zwanzig Zentimeter hohe Bronzestandarte aus vielen Einzelheiten zu einem mythologischen Mischwesen komponiert, wie faszinierend ist die aus feinstem Bronzeblech getriebene etruskische Maske des Flussgottes Acheloos.
Vertreten ist die Kunst der Etrusker auch mit einem höchst lebendigen, vollplastischen Mädchenkopf aus Ton sowie einigen Gefäßen. Die kunstvollen Zeugnisse einer vergangenen Epoche sammelten schon die luxusfrohen Römer. Wie sie das Erbe weiter entwickelten, wird mit Marmorarbeiten, Reliefs, Schmuck und wunderschönen farbigen Gläsern, Fläschchen und Kannen gezeigt.