Home
http://www.faz.net/-gzk-py0i
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kultur Demonstranten attackieren Gäste des Frankfurter Opernballs

27.02.2005 ·  300 Autonome protestierten am Samstag in Frankfurt gegen den Opernball. Dabei kam es zu Attacken gegen Polizeibeamte und Ballbesucher sowie zu Sachbeschädigungen. Die Gäste in der Alten Oper ließen sich davon aber nicht stören.

Artikel Bilder (6) Lesermeinungen (0)

Zu Ausschreitungen von Anhängern der linksradikalen Szene ist es am Samstag abend am Rande des Frankfurter Opernballs gekommen. Dabei wurden ein Polizist sowie zwei Demonstranten durch Bisse eines Diensthundes verletzt. An der Zentrale der Deutschen Bank gingen Fensterscheiben zu Bruch. Außerdem attackierten die Demonstranten verbal und körperlich Ballgäste, die auf dem Weg zur Oper waren. Die Polizei nahm acht Randalierer wegen Verdachts auf Landfriedensbruch fest.

Unter dem Motto „Luxus für alle statt Sozialabbau“ hatten vor Beginn des Balls rund 250 Veranstaltungsgegner an einem genehmigten Demonstrationszug durch die Innenstadt teilgenommen. Vor der Alten Oper, wo eine Abschlußkundgebung stattfinden sollte, versuchte eine größere Gruppe, eine Absperrung der Polizei zu durchbrechen. Starke Einsatzkräfte konnten dies jedoch verhindern. Einzelne Randalierer warfen Glasflaschen und Feuerwerkskörper auf die Beamten.

Ein Teil der Demonstranten verließ anschließend den Opernplatz und zog zur Zentrale der Deutschen Bank. Dort wurden mit einem Gullydeckel zwei Fensterscheiben eingeworfen. Außerdem rissen die Randalierer eine Schranke aus ihrer Verankerung und warfen einen Bauzaun um. Am späten Abend hatte sich die Lage wieder beruhigt. Bis zum Ende des Balls am frühen Sonntag morgen kam es zu keinen Zwischenfällen mehr.

Chris de Burgh und seine schöne Töchter waren die Hauptattraktion des Abends

Den Feierlichkeiten in der Alten Oper taten die Krawalle vor der Tür keinen Abbruch. Als Chris de Burgh und seine schöne Tochter Rosanna Davison über den blauen Teppich in die Alte Oper schritten, wollte das Blitzlichtgewitter der Fotografen kein Ende nehmen. Arm in Arm präsentierten sich der Popsänger im klassischen Smoking und seine im vergangenen Jahr als Miss World ausgezeichnete Tochter, die ihn auf ihren hohen Absätzen fast um einen Kopf überragte.

Als Assistentin von Opernball-Veranstalter Manfred Pasenau begrüßte die junge Frau kurz darauf auf der Bühne im großen Ballsaal die Gäste. Dann posierte sie in ihrem blauen Paillettenkleid noch einmal für die Fotografen und durfte schließlich wieder neben ihrem Vater am Tisch Platz nehmen. Der ließ sich bereits die Vorspeise schmecken und unterhielt sich mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, der ihm gegenüber saß.

Die Damen bevorzugten eher dezente Kleider

Zwei Tische entfernt plauderten Sängerin Dunja Rajter und Fernsehärztin Antje Katrin Kühnemann miteinander. In den hinteren Reihen speisten der Schweizer Ex-Botschafter Thomas Borer-Fielding und seine Frau Shawne. Wie viele der Damen auf dem Opernball hatte sie sich dieses Jahr für ein eher dezentes Kleid entschieden. Auffällige Designs und knallige Farben wurden nur selten gesehen. So erschien auch Schauspielerin Gudrun Landgrebe im lila-grauen Gewand, Moderatorin Arabella Kiesbauer trug Blütendruck.

Insgesamt erlebten am Samstag abend 2.300 Gäste das Spektakel in der Alten Oper mit, das unter dem Motto „Viva la Vita“ („Es lebe das Leben“) stand. Die Veranstaltung war ausverkauft, die Karten kosteten zwischen 130 und 600 Euro. Rund 800 Menschen sorgten vor und hinter der Bühne für das Wohlergehen der Gäste. Kulinarisch konnten diese zum Beispiel zwischen Hummer mit Cocktailsauce im Bananenblatt oder asiatischem Zitronenhühnchen auf Mangosalat wählen. Fast 200 Künstler waren auf allen fünf Etagen singend oder tanzend unterwegs, darunter Artisten und Wahrsager. Als Stargast sang zu fortgeschrittener Stunde schließlich Gloria Gaynor, die Discoqueen aus den 70er Jahren.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Perspektivlosigkeit ist Gift

Von Rainer Schulze

Die Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Nassauische Heimstätte ist unklar. Das Land will sich von der Beteiligung trennen - Frankfurt hat die Hand gehoben. Eine Entscheidung tut not. Mehr