Unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Paavo Järvi eröffnet das hr-Sinfonieorchester mit Gustav Mahlers dritter Sinfonie am 23. Juni in der Basilika von Kloster Eberbach das 20. Rheingau Musik Festival. Bis zum Abschlusskonzert am 1. September mit dem Orchester der KlangVerwaltung München und Verdis Requiem ebendort unter der Leitung von Enoch zu Guttenberg bietet das Festival den Sommer über an 40 Spielorten im Rheingau und in der Region 148 Konzerte - sechs mehr als im Vorjahr.
Vorangestellt sind am 10. Februar ein Benefizkonzert mit Anne-Sophie Mutter (Leitung und Violine) und den Trondheimer Solisten in der Frankfurter Alten Oper zugunsten eines Mädchenheims im rumänischen Orlat und am 17. Mai in Wiesbaden ein Konzert zum Doppeljubiläum „100 Jahre Kurhaus - 20 Jahre Rheingau Musik Festival“ mit dem London Symphony Orchestra unter Leitung von Valery Gergiev.
Anne-Sophie Mutter spielt Mozart
Anne-Sophie Mutter ist im Wiesbadener Kurhaus am 13. Juli noch einmal mit ihrem Klavierpartner Lambert Orkis unter anderem mit zwei Violinsonaten von Mozart zu hören sowie außerhalb der Festival-Kernzeit am 19. November als Solistin mit dem Concertgebouworkest Amsterdam unter Leitung von Andre Previn. Eine Orientierungshilfe im Programm, das Festivalchef Michael Herrmann im Stammsitz der Rheingau Musik Festival Konzertgesellschaft in Oestrich-Winkel vorstellte, bieten in diesem Jahr die Themenschwerpunkte „Von Herrschern und Majestäten“ sowie „Nacht und Traum“. Zum ersten Thema erklingt vor allem Alte Musik etwa mit Bachs h-Moll-Messe und Händels Feuerwerksmusik, zum zweiten gibt es musikalisch-literarische Veranstaltungen und Klavierabende mit Gerhard Oppitz und Till Fellner.
Herausragende Solisten sind beim Jubiläumsfestival mit den Pianisten Alfred Brendel, Tzimon Barto, Martha Argerich und Boris Berezovsky zu Gast oder mit den Violinisten Frank Peter Zimmermann, Vadim Repin und Kolja Blacher sowie den Cellisten Alban Gerhardt und Heinrich Schiff. Berühmte Sänger werden bei dem Musikfestival, das zu den größten in Europa zählt, mit Waltraud Maier, Thomas Hampson, Ian Bostridge und Christian Gerhaher erwartet.
Gastspiel des San Francisco Symphony Orchestra
Große Orchesterkonzerte gestalten die Bamberger Symphoniker, die mit ihrem Chefdirigenten Jonathan Nott am 20. Juli ihren Zyklus mit Schubert-Sinfonien fortsetzen, und das WDR-Sinfonieorchester Köln, das unter Leitung von Eliahu Inbal die Reihe „Das sinfonische Werk“ am 17. August mit Bruckners achter Sinfonie weiterführt. Für ein Gastspiel des San Francisco Symphony Orchestra mit dem Dirigenten Michael Tilson Thomas mit zwei verschiedenen Programmen am 9. und 10. September in der Alten Oper kooperiert das Festival mit der Frankfurter Konzertdirektion Pro Arte.
Bedeutende Chorwerke erklingen mit Brittens „War Requiem“ und dem Festivalchor und -orchester des Europäischen Musikfests Stuttgart unter Leitung von Helmuth Rilling am 31. August oder mit Händels „Saul“ und dem Kölner Kammerchor am 12. August. Ein besonderes Projekt ist die erstmals in Kooperation mit der Frankfurter Musikhochschule durchgeführte „Eberbacher Barocknacht“ am 19. August mit einer szenischen Produktion von Monteverdis Oper „L'Orfeo“.
Der Nachwuchsförderung dienen außerdem wieder der „Klassik-Marathon“ und der „Treffpunkt Jugend“ am 18. und 19. August. Das Komponistenporträt ist in diesem Jahr Heinz Holliger gewidmet. Der auch als Oboist und Dirigent bekannte Schweizer ist unter anderem in einem Gesprächskonzert am 21. Juli auf Schloss Johannisberg zu erleben. Für die 148 Konzerte stehen insgesamt 130 000 Karten zur Verfügung. Telefonische Bestellungen sind aber erst vom 9. März an möglich. Die Auslastung des Festivals lag 2006 bei rund 93 Prozent, der Etat mit leichtem Anstieg gegenüber 2005 bei 6,4 Millionen Euro. 45 Prozent der Kosten decken Sponsoren.

