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Klassik Viel Russisches vor Weihnachten

 ·  Im vorweihnachtlichen Konzertbetrieb nimmt der Anteil barocker Programme in der Regel rapide zu. - Die Dezemberkonzerte im Rhein-Main-Gebiet.

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Im vorweihnachtlichen Konzertbetrieb nimmt der Anteil barocker Programme in der Regel rapide zu: Obwohl die Werke meist wenig mit weihnachtlicher Thematik im engeren Sinne zu tun haben, verbindet doch fast jeder Musikfreund damit die Vorstellung festlich-repräsentativer Klangpracht. Was der Countertenor Andreas Scholl und die Accademia Bizantina am Montag, 4. Dezember, um 20 Uhr allerdings in der Alten Oper Frankfurt bieten, ist doch von eher besinnlichem Charakter: Zwei Kantaten von Bach und das Doppelkonzert des Komponisten sowie ein Cembalokonzert von Händel stehen auf dem Programm.

Keinesfalls versäumen sollte man auch am Mittwoch, 6. Dezember, das Gastspiel des European Union Baroque Orchestra beim Festival „Musikalischer Herbst Darmstadt“ in der dortigen Stadtkirche: Das von der Philharmonie Merck veranstaltete Konzert präsentiert Werke von Bach, Vivaldi, Händel, Muffat und Telemann. Freunde der Romantik sind am 7. Dezember im Stadttheater Rüsselsheim gut aufgehoben, wo das Ensemble „I Musici de Montreal“ Musik von Dvorak, Tschaikowsky und Borodin anstimmt. Wer große Sinfonik mag, den zieht es am 7. oder 8. Dezember (jeweils um 20 Uhr) gewiß in die Alte Oper: Beim HR-Sinfoniekonzert interpretiert Chefdirigent Paavo Järvi Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 (Solist: Radu Lupu) und Schostakowitschs Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60.

Wer sich übrigens beim Gedanken an das russische Repertoire noch lebhaft an den Dirigenten Dmitri Kitajenko erinnert, der als Nachfolger Eliahu Inbals von 1990 an sechs Jahre lang das Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt leitete, danach aber zu Gastspielen in dieser Stadt nicht mehr eingeladen wurde, dem sei wärmstens empfohlen, am 8. (20 Uhr), 10. (11 Uhr) oder 11. Dezember (20 Uhr) sich einen kleinen Kulturausflug zu gönnen: Unter Kitajenkos Leitung spielen die Düsseldorfer Symphoniker im architektonisch interessanten Bau der dortigen Tonhalle Prokofjews selten aufgeführte Sinfonie Nr. 4 C-Dur op. 112 und die fünfte Sinfonie von Tschaikowsky. Russisches erklingt allerdings auch am 13. Dezember um 19.30 Uhr in der Rheingoldhalle Mainz, wo die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung ihres Chefs Ari Rasilainen das Klavierkonzert Nr. 3 von Rachmaninow (mit Andrej Gawrilow) und die Hamlet-Filmmusik von Schostakowitsch aufführt.

Natürlich gibt es auch in diesem Jahr zahlreiche Weihnachtskonzerte. Zu einem der schönsten vielleicht lädt das Rheingau Musik Festival in das Kurhaus Wiesbaden: Der Windsbacher Knabenchor und die Deutschen Kammer-Virtuosen Berlin intonieren dort am 15. Dezember ein festliches Programm, in dessen Mittelpunkt Bachs Magnificat BWV 243 steht. Besonders empfehlenswert ist auch der Auftritt der Dresdner Kapellsolisten am 21. Dezember im Staatstheater Darmstadt.

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Jahrgang 1950, Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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