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HR-„Tatort“ ohne Nina Kunzendorf Die coole Kommissarin steigt aus

Der Hessische Rundfunk muss sich schon wieder nach einer neuen „Tatort“-Besetzung umsehen. Über die Gründe wird spekuliert. Lag es am Aufzug der Ermittlerin mit knappen Tops und Cowboystiefeln?

© Hessischer Rundfunk War Nina Kunzendorf mit der Ausgestaltung ihrer Rolle nicht mehr zufrieden?

Die Schauspielerin Nina Kunzendorf gibt ihre Rolle der Kommissarin Conny Mey im „Tatort“ des Hessischen Rundfunk nach nur fünf Einsätzen auf. Dies geschehe auf ihren „eigenen Wunsch“ hin, heißt es auf Anfrage beim Hessischen Rundfunk, wo man, wie der Sendersprecher Tobias Häuser sagt, den Schritt sehr bedauert. Nina Kunzendorfs Agentin bestätigt den Abgang der Schauspielerin ebenfalls, kann zu den Gründen aber nichts sagen.

„Ich hatte ein Pferd erwartet“

Michael Hanfeld Folgen:

Der „Tagesspiegel“ spekuliert, dass Nina Kunzendorf mit der Ausgestaltung ihrer Rolle nicht mehr zufrieden gewesen sei („Tussi-Image“). Die von ihr gespielte Kommissarin Conny Mey ist in der Tat eine recht auffallende Figur im vielgestaltigen Ensemble der „Tatort“-Ermittler. „Wenn sie auftritt, verwandeln sich die tristen Flure des Frankfurter Polizeipräsidiums in der Adickesallee in einen leuchtenden Laufsteg“, hieß es in der F.A.Z. zu ihrem ersten Auftritt im Mai 2011. Vom Kollegen Frank Steier, gespielt von Joachim Król, wurde sie mit den Worten begrüßt: „Ihren Schritten nach hatte ich ein Pferd erwartet.“

Was bei den Cowboystiefeln der Kommissarin kein Wunder war. Die aber, wie es in der F.A.Z. weiter hieß, zum gesamten Modeauftritt der Kommissarin passten: Nietengürtel, enge Jeans, Creolen, Tattoo am linken Unterarm, Halskette, „und die Jeansweste über dem pinkfarbenen Top, das fast nur aus Ausschnitt besteht.“ Doch beschränkte sich der coole Auftritt dieser Kommissarin nicht auf Äußerlichkeiten, sonst hätte es an dieser Stelle nicht geheißen, sie gehe „ohne weiteres als Rollensynthese aus ,Pretty Woman‘ und ,Erin Brockovich‘“ durch. Conny Mey ist im Frankfurter „Tatort“ eher die starke und ihr Kollege Steier eher die schwache Figur. Aus dem Kontrast der beiden zieht der HR-„Tatort“ seinen Reiz. Dass die Fernsehspielchefin Liane Jessen im Januar 2010, als sie Kunzendorf und Król verpflichtet hatte, von einer „Traumbesetzung“ sprach, kann man verstehen. Und dass die HR-Episoden aus Frankfurt im internen „Tatort“-Ranking der ARD der Beliebtheit nach auf dem dritten Platz liegen, auch.

„Im Namen des Vaters“

Doch damit ist nun nach zwei Jahren und fünf Folgen Schluss. Am 26. Dezember läuft die vierte „Tatort“-Folge mit Nina Kunzendorf und Joachim Król unter dem Titel „Im Namen des Vaters“, im April des nächsten Jahres läuft die gerade erst abgedrehte, letzte Folge, die den Arbeitstitel „Diebe Im Gesetz“ trägt.

Damit muss der Hessische Rundfunk seinen „Tatort“ binnen weniger Jahre zum zweiten Mal neu besetzen. Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf, das Duo, das vor Nina Kunzendorf und Joachim Król am Drücker war, war in Zwistigkeiten auseinandergegangen, die man den Filmen sogar ansehen zu können glaubte. Vielleicht ist wenigstens das bei den letzten beiden Fällen mit den jetzigen Kommissaren anders. Dem Hessischen Rundfunk wäre es zu wünschen. Über die Nachfolge für Nina Kunzendorf ist, wie es beim Sender heißt, noch nicht entschieden.

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Quelle: F.A.Z.

 
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