„Habeichdasgesagtmansagtsoviel“ ist ein passender Titel für eine Hommage an Heiner Müller. Denn dessen Werke, nicht erst seit seinem Tod vor 13 Jahren, sind vielgespielt, aus dem Hochschulbetrieb nicht wegzudenken, „Hamletmaschine“ oder „Germania Tod in Berlin“ sind geradezu geflügelte Worte geworden. Nichtsdestotrotz ist Müllers umfangreiches Werk immer irgendwie mit dem gut haftenden Etikett beklebt, entdeckt werden zu müssen.
Das Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit der Heiner Müller Gesellschaft und der Goethe-Universität hat von Donnerstag bis Sonntag viel Platz für den Autor, Regisseur und Theater-Macher freigeräumt, der am Donnerstag 80 Jahre alt geworden wäre. Dort und an der Universität ist Gelegenheit, „Erfahrungen mit Heiner Müller“ zu lauschen – und sie selbst zu machen. Der Ort passt, wiewohl Müllers Hauptwirkungsstätte lange Jahre bis zu seinem Tod (Ost-)Berlin gewesen ist.
Auseinandersetzungen mit Müllers Werk
Denn bevor Müller, nach Berufsverboten, langsam wieder in Gnade fiel bei der DDR-Führung, wurden seine Stücke vor allem in Westdeutschland uraufgeführt und eifrig rezipiert: „Philoktet“ etwa, das Stück, das am Donnerstagabend als Gastspiel der Berliner Volksbühne, in der Inszenierung von Dimiter Gotscheff, gespielt von Gotscheff selbst, Josef Bierbichler und Samuel Finzi in Frankfurt zu sehen sein wird, wurde vor 40 Jahren in München uraufgeführt. 1990 wurde das einstige Festival „Experimenta“ ganz Heiner Müller gewidmet – sämtliche damals aktuellen Inszenierungen seines Werks waren in Frankfurt zu sehen.
Ganz so viele sind es in den nächsten beiden Tagen nicht. Aber nach dem Gastspiel zeigen am Samstag im Rahmen eines theaterwissenschaftliche Symposiums Studenten der Goethe-Universität Auseinandersetzungen mit Müllers Werk in kurzen Projekte. Am Sonntag um 14 Uhr ist ein runder Tisch im Schauspiel Müllers Werk gewidmet, über das auch Laurent Chétouane sprechen wird, der unter anderem 2007 Müllers „Bildbeschreibung“ zu einem hochintensiven Tanz-Theater gemacht hat. Um 17 Uhr spricht Heiner Goebbels, der mit Müller und seinen Texten vor allem in den achtziger und neunziger Jahren viel gearbeitet hat. Im Anschluss ist im Chagall-Saal sein Hörspiel „Verkommenes Ufer“ bei freiem Eintritt zu erleben.
Auch der Abschluss des Wochenendes kommt aus Frankfurt – die Performance-Gruppe redpark befasst sich, nach vielen Worten und noch mehr Müller-Erlebnissen, mit dem hübschen Satz „Habeichdasgesagtmansagtsoviel“.

