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Herbert Heckmann : Pizzabäcker im Trenchcoat und mit Mopp-Frisur

Geiger: Herbert Heckmann in den späten achtziger Jahren Bild: Christa Schwarzwälder

Wie man anderen gut im Gedächtnis bleibt: In Bad Vilbel und in Frankfurt erinnern zwei kleine Ausstellungen an den Schriftsteller Herbert Heckmann.

          An die Gummistiefel erinnern sich viele. Gelb waren sie und kamen zur Not auch bei Terminen zum Einsatz. Man müsse ihn schon so nehmen, wie er sei, sagte Herbert Heckmann bei solchen Gelegenheiten. Wie er war, ist derzeit besonders gut in Bad Vilbel zu sehen. Die Ausstellung im Rathaus der Stadt, in der Heckmann lange lebte und 1999 starb, erinnert an den Schriftsteller, dessen Roman „Benjamin und seine Väter“ derzeit das Festival „Frankfurt liest ein Buch“ gewidmet ist.

          Florian  Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Freunde und Nachbarn sind für die kleine Schau nach Heckmann gefragt worden. Was sie aufgezeichnet haben, ist nun auf vielen Aufstellern mit Schwarzweißfotos im Foyer des Rathauses zu sehen. Die Ausstellung ist den Abstecher gerade für neue Heckmann-Leser unbedingt wert, zeigt sie doch denselben Sinn für menschliche Tugenden und Eigenheiten, der auch „Benjamin und seine Väter“ auszeichnet. Da ist die Rede davon, dass Heckmann nach einer Buchvorstellung im Senckenbergmuseum daheim in Bad Vilbel noch beim Schlachten half. Dass er einen Platten hatte und, weil technisch unbegabt, den Ersatzreifen nicht fand. Dass er morgens im Bus auf der Fahrt nach Offenbach zum Unterrichten an der Hochschule für Gestaltung abgekämpft wirkte. Und 1958 als junger Mann nach einem Aufenthalt in Rom für seine Geschwister und seine Stiefmutter eine Pizza buk. Mit Gewürzen wie Oregano, von denen die Familie noch nie etwas gehört hatte.

          „Er war sehr schnell von neuen Ideen beeinflussbar“

          Die frisch eingekauften Knoblauchzehen, die der begeisterte Hobbykoch so gerne verwendete, musste er bei einer alten Nachbarin in Bad Vilbel immer draußen lassen. Ihn mochte sie, die Zwiebeln nicht. Ihm machte das nichts aus. „Er konnte mit Grob und Fein“, erinnert sich Erna Völp, die Betreiberin der Gaststätte „Zur Rose“, in der Heckmann gerne einkehrte. Oft habe er zu ihr gesagt: „Was willst du wissen? Ich komme morgen und erzähl’s dir.“ Und er habe mit angepackt, erinnert sich sein Nachbar, der Landwirt Albert Arnold: „Als Herbert Heckmann weggezogen ist, da hat es Tränen gegeben.“ Das kann nicht jeder Schriftsteller von sich sagen, auch wenn er, wie Heckmann, die Bücher vielleicht noch ein wenig lieber hatte als die Menschen und jeden Raum des Hauses mit ihnen zupflasterte. „Hinter der Schwelle begann das Buch“, sagt der ehemalige Vilbeler Bürgermeister Günther Biwer. Heckmann sei ein „Vielfraß“ gewesen, was das Lesen anging, ergänzt der Literaturkritiker Karl Corino, im Hessischen Rundfunk einer von Heckmanns ständigen Auftraggebern. Dass er nie den Schwung zu weiteren Romanen gefunden habe, bedauert der Bensheimer Buchhändler Wolfgang Böhler: „Er war sehr schnell von neuen Ideen beeinflussbar. Ihm ist das Einsteigen in etwas Intensives, Dauerhaftes schwergefallen.“

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          Im Rathaus sind einige der Fotografien von Christa Schwarzwälder zu sehen, die im Frankfurter „Fenster zur Stadt“ derzeit einen zweiten Auftritt haben. Im Ausstellungsraum des Restaurants Margarete werden die Trenchcoats und die „Mopp-Frisur“ gezeigt, an die sich in Bad Vilbel ein ehemaliger Student Heckmanns so gut erinnert. Bei Hilde Domins Frankfurter Poetikvorlesung und anderen Anlässen haben sogar Heckmanns selten getragene Krawatten ihren großen Auftritt. Nur die Gummistiefel sind unterrepräsentiert.

          Weitere Informationen gibt es unter www.frankfurt-liest-ein-buch.de.

          Quelle: F.A.Z.

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