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Frankfurter Galerien : Alle machen mit

Galerie Leuenroth, Fedele Spadafora, „Stage Diner“, 2017 Bild: Galerie Leuenroth, Fedele Spadafora

Das Superkunstjahr geht weiter mit einem Wochenende der Gegenwartskunst: Der 23. Saisonstart der Frankfurter Galerien.

          Eigentlich ist man als Kunstbetrachter dieser Tage erst einmal vor allem müde. Erschöpft von all der immerhin ganz furchtbar gut gemeinten Kunst, wie sie in diesem Sommer etwa auf der Kasseler Documenta auszuhalten war. Vom Ausflug zur Biennale nach Venedig, den Skulptur Projekten Münster und keineswegs zuletzt vom bei aller Liebe doch ein wenig aufgeblasenen Frankfurter Kunstsommer, im Rahmen dessen man sich fast schon wöchentlich in einem anderen Atelierhaus wiederfand, bloß um zu schauen, was die Damen und Herren Künstler in ihren Stuben wohl den lieben langen Tag so machen. Und doch ist die Vorfreude auf den bevorstehenden Saisonstart der Frankfurter Galerien vom 8. bis 10. September am nächsten Wochenende womöglich größer noch als je zuvor.

          Christoph Schütte

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nicht nur, weil es sich gemeinsam und bei Sekt und Häppchen allemal noch schöner staunen, unken, lästern lässt über die Großereignisse dieses zu Ende gehenden Superkunstjahrs. Vielmehr haben sich die Frankfurter Kunsthändler zur 23. Ausgabe der gemeinsamen Eröffnung nach der Sommerpause zu einer alle Eitelkeiten des Betriebs über Bord werfenden Reform des Formats aufgerafft, die nicht mehr, wie so oft in den vergangenen Jahren, vor allem auf die Konkurrenz in München, Düsseldorf oder Berlin schaut, sondern auf die eigenen Stärken zu vertrauen sich fest vorgenommen hat. „Ziel ist es, ein Wochenende der Gegenwartskunst in Frankfurt zu etablieren“, bringen die Organisatoren um Frank Landau, Philipp Pflug, Kirsten Leuenroth und Ralf Seineke von der Galerie Rundgänger die Idee des Neustarts auf den Punkt. Und erstmals seit vielen Jahren ziehen – beinahe – alle auch an einem Strang.

          23. Saisonstart: Es wird viel gefeiert

          Weniger wegen der großen Party jetzt, zu der am nächsten Samstagabend bei freiem Eintritt alle, wirklich alle, die mit der Kunst etwas am Hut haben in Frankfurt, im Schirn Café zusammenkommen wollen. Und doch, dass die Interessengemeinschaft der Galerien (IG) Museen wie das Städel, die Schirn Kunsthalle oder das Museum für Moderne Kunst zur Teilnahme eingeladen hat, ist mehr als nur eine wohlfeile Geste. Vor allem präsentiert sich der Kunststandort am Main ganz ohne Standesdünkel in seiner ganzen Breite. Auch die nicht organisierten Ausstellungsorte wie die Galerien Parisa Kind und Bernhard Knaus, Jacky Strenz, Das Bilderhaus und Feld+Haus sowie die freien Räume wie Basis, Eulengasse oder Schwalbe 54 sind diesmal nicht nur von manchen unter den Etablierten argwöhnisch beäugter klandestiner, sondern hochoffizieller Teil des gemeinsamen Programms.

          Wie gut diese Überwindung von derlei Grenzen dem Profil der Kunststadt Frankfurt tun könnte, das zeigen nicht nur Räume wie der Saasfee Pavillon oder die Ausstellung Corinna Mayers in der Weißfrauen Diakoniekirche. Jener Künstlerin mithin, die gestern erst zum Abschluss des Frankfurter Kunstsommers im Atelierfrankfurt mit dem Atelierstipendium der Stadt ausgezeichnet worden ist. Das zeigen auch die außergewöhnliche Präsentation Maria Thräns im 1822-Forum oder die Schau in der Goldstein Galerie, die freilich, statt am großen Vernissagenabend am Freitag, schon am kommenden Mittwochabend zur Eröffnung mit Adrian Williams und Franz von Saalfeld einlädt. Schon mehrfach in den vergangenen Jahren hat der Ausstellungsraum etablierte Künstler und solche des Atelier Goldstein eingeladen, gemeinsam auszustellen.

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