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Filmmuseum Von der Idee bis zum eigenen Werk: Geschichte des Puppentrickfilms

13.07.2005 ·  Wer kennt heute noch „Mecki“? Wenigen dürften die Postkarten noch bekannt sein, auf denen der Igelmann mit Hosenträgern, begleitet von seiner Familie, eine fröhliche Landpartie veranstaltet. Das Filmmuseum Frankfurt ruft ihn nun in Erinnerung.

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Wer kennt heute noch "Mecki"? Wenigen dürften die Postkarten noch bekannt sein, auf denen der Igelmann mit Hosenträgern, begleitet von seiner Familie, eine fröhliche Landpartie veranstaltet. Die aus der Trickfilmmanufaktur der Brüder Diehl stammenden Figuren, darunter auch der "Mecki", der erstmals 1938 in einem Trickfilm zu sehen war, stehen am Anfang der Ausstellung "Stop Motion", mit der das Deutsche Filmmuseum Frankfurt nun "die fantastische Welt des Puppentrickfilms" vorstellt.

In der Tat ist es faszinierend, in diese Miniatur-Welten einzutauchen, die das Handwerkliche und das Künstlerische am Film so überaus deutlich zum Vorschein bringen. Nie war es eine Welt nur für Kinder, wie man vielleicht vermuten könnte: Ihren ersten Aufschwung nahmen die Puppentrickfilme in der Werbung - für Arzneimittel oder Sekt. Heute haben Puppentrickfilme, die meist als Familienfilme ins Kino kommen, oft größeren Erfolg als gezeichnete oder computergenerierte Produktionen: Der immense Aufwand, der hinter einer Puppentrick-Produktion steckt, scheint sich also zu lohnen. Und wenn einmal ein deutscher Trickfilmer für den Oscar nominiert wurde, dann mit Puppenanimation: Die Kulisse eines Gewinners, Thomas Stellmachs und Tyron Montgomerys Film "Quest", ist nun ebenfalls zu sehen.

Welche künstlerischen Höhenflüge das noch junge Medium Film mit den Puppen nahm, die in millimetergenauer Detailarbeit Bild für Bild ("Stop motion") zur Bewegung gebracht werden, zeigt die Schau anhand der Puppen etwa des Tschechen Jiri Trnka, der ebenso wie später manche Puppenfilmer der DDR sich weniger als Kollegen in Amerika oder in Westdeutschland um größtmöglichen Naturalismus bemühten, sondern hochkünstlerische Figurenwelten schufen. Dafür stehen unter anderem die bezaubernden Figuren aus "Heinrich der Verhinderte", den Kurt Weiler 1966 mit Achim Freyer realisierte.

Diese Traditionslinien lassen sich bis heute verfolgen, wie der historische Teil der Ausstellung deutlich macht, in der Älteren der "Mecki", den jüngeren Besuchern etwa Wallace und Gromit der Aardman Studios oder der kleine blaue Drache aus den "Dragon Tales" als gute Bekannte begegnen. Der Schöpfer des Drachens, das Frankfurter Unternehmen Clayart, hat einen großen Teil der Schau zusammengestellt: Deren zweiter Abschnitt nämlich ist der Praxis gewidmet und erklärt anhand der Clayart-Produktion "Frau Holle" anschaulich, wie ein Puppentrickfilm entsteht: Vom Skizzenbuch über die Entwicklung der Figuren, die zuweilen über ein gutes Dutzend austauschbarer Köpfe verfügen - je nachdem, welcher Gesichtsausdruck gerade gezeigt werden soll. Bei der Realisierung lernt man, daß auch mal Zucker die Rolle von Schnee übernimmt und daß das Filmen mit Puppen vielleicht sogar mehr Geduld erforden könnte als der Dreh mit einem kapriziösen Schauspielerteam.

In einem dritten Teil kann man die neu gewonnenen Erkenntnisse in die Tat umsetzen: Extra für die Schau wurde eine Figur entworfen, weitere können die Besucher basteln. Um dann, an mehreren Tischen, ihren eigenen kleinen Film zu drehen, der als Daumenkino ausgedruckt nach Hause genommen werden kann. Der liebevoll ausgestatteten Schau gelingt die glückliche Verbindung von Theorie und Praxis.

Dieselbe Strategie verfolgt der aufwendig gestaltete Katalog, herausgegeben von den Kuratoren der Ausstellung, Museumspädagogin Daniela Dietrich und Christian Appelt. Er enthält nicht nur Texte zu den Exponaten und zu Technik und Geschichte des Puppentrickfilms: Einen stattlichen Teil nimmt die Praxis ein; die für die Schau entwickelte Figur ist als Ausschneidebogen beigefügt. Mit Tips vom Clayart-Profi Thomas Schneider-Trumpp steht dem Hobbyfilmen also nichts mehr im Wege. EVA-MARIA MAGEL

Bis zum 16.Oktober Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Mittwoch von 10 bis 20 Uhr und Samstag von 14 bis 20 Uhr. Im Kino läuft eine begleitende Trickfilmreihe. Neben dem Katalog, Bastelsets und einer Anleitungs-DVD gibt es in den Sommerferien auch Kinder- und Jugend-Workshops. Informationen im Internet unter www.deutsches-filmmuseum.de.

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