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FAZ.NET-Spezial Zum Tod Robert Gernhardts

30.06.2006 ·  Der Schriftsteller und Karikaturist Robert Gernhardt ist tot. Gernhardt starb am Freitag nach Angaben des S. Fischer Verlags im Alter von 68 Jahren in Frankfurt an einer schweren Krankheit.

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Der Schriftsteller und Karikaturist Robert Gernhardt ist tot. Gernhardt starb am Freitag in Frankfurt nach Angaben des S. Fischer Verlags im Alter von 68 Jahren an einer schweren Krankheit. Gernhardt, Autor zahlreicher Bücher, wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. So erhielt er 1998 den Bertolt-Brecht-Literaturpreis und 2004 den Heine-Preis der Stadt Düsseldorf.

Mit seinen humorvollen und zugleich gedankentiefen Gedichten galt er als einer der wichtigsten Lyriker der deutschen Nachkriegszeit und als Wegbereiter einer Gleichbehandlung von sogenannter U- und E-Literatur.

Meister ernster Scherze

Der in Reval/Estland (dem heutigen Tallinn) als Sohn eines Richters geborene Gernhardt übersiedelte 1964 nach Frankfurt, wo er als Zeichner und Autor die „Neue Frankfurter Schule“ mitbegründete. Mit seinen Freunden F. K. Waechter und F. W. Bernstein gehörte er zu den innovativen Köpfen der Satirezeitschrift „Pardon“ und den Gründern der „Titanic“. Gernhardt gab auch Bücher von Otto Waalkes heraus und war am Drehbuch von vier „Otto“-Filmen beteiligt.

1997 veröffentlichte er zu seinem 60. Geburtstag den von der Literaturkritik hoch gelobten Gedichtband „Lichte Gedichte“, in dem er auch seine Erfahrungen mit einem Herzinfarkt und anschließender Operation verarbeitete. Ende Juli wird der Fischer-Verlag nach eigener Aussage den letzten Gedichtband unter dem Titel „Später Spagat“ herausbringen. 2007 sollen neue Erzählungen erscheinen, die Gernhardt unter dem Arbeitstitel „Denken wir uns“ geschrieben hat.

Immer wieder ergriff Robert Gernhardt in der F.A.Z., die viele seiner Gedichte abdruckte, das Wort - bezog Stellung zum Karikaturenstreit oder schrieb über sein Vorbild Georg Christoph Lichtenberg. Besonders gern sprach er über den Zusammenhang zwischen Fußball und Literatur. Seine F.A.Z-Interviews zum Thema zeigen Gernhardt in seiner unnachahmlichen Spielweise, als Libero zwischen Ironie und tieferer Bedeutung.

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