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Jan Gerchow : „Wir sind für die Bewohner Frankfurts da“

Große Pläne: Direktor Jan Gerchow möchte ein ungewöhnliches Museum über eine ungewöhnliche Stadt schaffen. Bild: Wonge Bergmann

Am Wochenende können die Frankfurter die Architektur des neuen Historischen Museums in Augenschein nehmen. Die neue Dauerausstellung wird im Herbst eröffnet.

          Der Zaun vor dem neuen Historischen Museum ist gefallen. Auf was dürfen sich die Besucher freuen, die jetzt am Wochenende das neue Museumsquartier im Herzen der Stadt besichtigen?

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sie können endlich den neuen Platz zwischen den beiden Neubauten betreten und sich die zwölf Figuren in den Nischen des Ausstellungsgebäudes anschauen oder die Details der Fassaden studieren. Und wir eröffnen die beiden neuen Foyers: das obere mit Kasse, neuem Shop und dem Stauferhafen sowie das untere mit den neuen Garderoben und dem Museumscafé mit Blick auf die karolingisch-ottonische Mauer, das die Familie Exenberger betreibt.

          Kann man auch das neue Ausstellungsgebäude besichtigen?

          Nur von außen.

          Was fehlt noch am neuen Ausstellungshaus?

          Die Objekte. Wir müssen in den nächsten Monaten vier Stockwerke mit jeweils 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche füllen. Die drei oberen Stockwerke sind für die neue Dauerausstellung reserviert, das untere nutzen wir für Wechselausstellungen.

          Wie sieht die Dauerausstellung aus?

          Sie wird auf jeden Fall opulent ausgestattet sein. Wir wollen sie mit 4000 Objekten aus unserem Bestand bestücken. Viele sind in den vergangenen Jahren in unseren Werkstätten restauriert worden.

          Haben Sie einen fertigen Plan für die Dauerausstellung?

          Natürlich. Das Konzept steht seit 2009. Wir haben es an einigen Stellen aber aktualisiert. Die „Szenographie“, also die Vitrinen und anderen Einbauten, steht schon fast ganz, jetzt fehlen nur noch die Ausstellungsstücke.

          Bezieht sich die Ausstellung ganz auf Frankfurt?

          Nicht nur die Ausstellung. Alles im Museum bezieht sich auf Frankfurt – aus unterschiedlichen Perspektiven. Auch aus der Perspektive der Gegenwart. Das ist neu, das haben wir früher nicht gemacht. Diesen Teil der Dauerausstellung nennen wir „Frankfurt Jetzt!“. Er wird in dem wohl schönsten Raum des neuen Museums aufgebaut, nämlich im obersten Stockwerk mit dem Doppelgiebel und den zwei Aussichtspunkten mit Blick über die Stadt. Dort steht auch das neue Stadtmodell, das wir von dem Rotterdamer Künstler Herman Helle haben anfertigen lassen.

          Was ist mit Frankfurts Geschichte?

          Sie nimmt mit zwei Geschossen und insgesamt 2000 Quadratmetern den meisten Raum in der Dauerausstellung ein.

          Was bekommen wir zu sehen?

          Zuerst einmal zwei einführende Überblicke. Bei dem einen geht es um Frankfurter Stadtbilder. Präsentiert werden fünf Stadtmodelle, darunter das beliebte Altstadtmodell der Brüder Treuner.

          Und der zweite Überblick?

          Der trägt den Titel „Hundert Mal Frankfurt“. Er ist chronologisch angelegt und stellt 100 Frankfurter Geschichten vor von der Prähistorie zur Gegenwart.

          Bei den zwei Einführungen wird es vermutlich nicht bleiben.

          Nein, natürlich nicht. Die neue Schau wird drei große Themen behandeln: die Bürgerstadt Frankfurt, die, mit Ausnahme von Dalberg um 1800, nie von einem Fürsten regiert wurde. Die Geldstadt, die Frankfurt als Handels-, Messe- und Finanzplatz seit dem späten Mittelalter ist. Die Weltstadt Frankfurt. Man hätte dieses Kapitel auch mit „Weltdorf“ überschreiben können, denn im Vergleich zu den großen Weltmetropolen ist Frankfurt ja ein Dorf – aber dennoch die einzige „global city“ Deutschlands. Aber das hätten viele wahrscheinlich nicht verstanden.

          Auffällig ist der Museumsplatz. Wird das ein neuer Treffpunkt in Frankfurt?

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