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China-Symposium Dissidenten kommen doch zur Buchmesse-Tagung

11.09.2009 ·  Die beiden chinesischen Dissidenten, die auf Druck aus Peking nicht zu einer Tagung der Frankfurter Buchmesse an diesem Wochenende kommen sollen, wollen trotzdem an der Konferenz teilnehmen.

Von Florian Balke
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Die beiden chinesischen Dissidenten, die auf Druck aus Peking nicht zu einer Tagung der Frankfurter Buchmesse an diesem Wochenende kommen sollen, wollen trotzdem an der Konferenz teilnehmen. Das Symposion „China und die Welt – Wahrnehmung und Wirklichkeit“ findet morgen und übermorgen im Frankfurter Cervantes-Institut statt. Es ist die einzige Veranstaltung, die von der Buchmesse zusammen mit dem chinesischen Organisationskomitee des diesjährigen Ehrengastauftritts ausgerichtet wird.

Das Komitee, das von chinesischen Ministerien und dem Schriftstellerverband der Volksrepublik besetzt wird, steht unter Führung von Zhang Fuhai, einem Beamten des Ministeriums für Presse und Publikationen. Er hatte Peter Ripken, Leiter des Internationalen Zentrums der Buchmesse und Organisator der Konferenz, in dieser Woche bedeutet, das Erscheinen der kritischen Autoren Dai Qing und Bei Ling werde die Absage der chinesischen Delegation nach sich ziehen. Ripken hatte beide Autoren daraufhin gebeten, die Tagung nicht zu gefährden und stattdessen im Oktober auf der Messe zu sprechen.

Menschenrechte und die Freiheit des Wortes

Nachdem sie eine gesonderte Einladung des PEN-Zentrums Deutschland erhalten hatte, kündigte zunächst Dai Qing an, ungeachtet der chinesischen Boykottdrohung doch noch nach Frankfurt zu reisen. Die 1941 geborene Intellektuelle wandte sich in den achtziger Jahren gegen den Bau des Drei-Schluchten-Staudamms und hat sich in China seitdem einen Namen als Umweltaktivistin gemacht. Nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung im Sommer 1989 saß sie für ein halbes Jahr im Gefängnis. Ungeachtet der Boykottdrohung aus Peking teilte am Abend auch der in den Vereinigten Staaten lebende Dissident Bei Ling mit, nach Frankfurt zu kommen. Er gehörte zu den Gründern des heute in Schweden ansässigen Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums.

Jürgen Boos, Geschäftsführer der Buchmessengesellschaft, sagte im Literaturhaus Frankfurt, man wolle nicht über die Chinesen, sondern mit ihnen reden. „Deswegen muss man manchmal gewisse Kompromisse eingehen.“ Die Buchmesse trete allerdings jederzeit für die Menschenrechte und die Freiheit des Wortes ein. Boos kündigte an, sich morgen auf dem Symposion in diesem Sinne zu äußern.

Mit Rechten und Lizenzen gehandelt

Unterdessen erwartet die Buchmesse in diesem Oktober weniger Aussteller als im Vorjahr. Messesprecher Thomas Minkus sagte, man rechne mit einem „Ergebnis auf hohem Niveau, das dem Vorjahr nahekommen wird“. Bisher haben sich 6936 Aussteller angemeldet. Im vorigen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt schon 7.052, nach dem Ende der Messe wurden schließlich 7.373 gezählt. Angaben zu der vermieteten Standfläche wurden nicht gemacht. Minkus sagte, man rechne auch hier mit einem an das Vorjahr heranreichenden Ergebnis, mit dem man zufrieden sein könne. Vergrößert werden musste hingegen ein weiteres Mal das Agentenzentrum, in dem während der Messetage mit Rechten und Lizenzen gehandelt wird. Das Rechtegeschäft gilt als Kern der Buchmesse.

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