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Atelierfrankfurt Brut im Glück

31.07.2009 ·  Wie es mit der Kunstszene in und um Frankfurt weitergeht, will der Kunstverein an sechs Abenden während der aktuellen Schau „Gemeinsam in die Zukunft“ herausfinden. Bis September stellen noch Raum 121, die Ausstellungshalle, der Offenbacher Hafen 2 und die einstige Galerie Fruchtig ihre Arbeit vor.

Von Rafael Barth
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Es säuselt und wimmert unter dem Kreuzgewölbe. „Mona D“ heißt die Band, die das gut gefüllte Café des Frankfurter Kunstvereins einspinnt mit Schlagzeug, Gitarre und dem wehmütigen Gesang von Corinna Mayer. Die Hauptperson des Abends heißt ebenfalls Corinna und hätte für ihre Präsentation die gleiche Tonlage wählen können. Denn als Projektleiterin des Atelierfrankfurt hat Corinna Bimboese mit Unbill aller Art zu kämpfen. Mehrmals schon sollte das Künstlerhaus an der Hohenstaufenstraße geschlossen werden.

Wie es mit der Kunstszene in und um Frankfurt weitergeht, will der Kunstverein an sechs Abenden während der aktuellen Schau „Gemeinsam in die Zukunft“ herausfinden. Bis September stellen noch Raum 121, die Ausstellungshalle, der Offenbacher Hafen 2 und die einstige Galerie Fruchtig ihre Arbeit vor. So will Kunstvereins-Direktor Holger Kube Ventura „überprüfen, wie das ineinander hakt“. Die Reihe könnte fortgeführt werden und ist für Kube Ventura auch ein Anlauf in eigener Sache: Er leitet den Kunstverein erst seit vier Monaten.

Ausstellungen und Netzwerke

Das Geld sei stets knapp, sagt Bimboese, die als Projektleiterin des Atelierfrankfurt nun den Anfang machte. Für jede Ausstellung müssten Sponsoren überzeugt werden. Den Nachbarn sei die beliebte Freitagsküche zu laut, sodass diese wohl umziehen müsse. Und schließlich mache es die glitzernde Zukunft des Europaviertels unvorstellbar, dass das Atelierfrankfurt dort bleiben könne, wo es heute sei.

Bimboese hätte also viele Gründe zu klagen. Stattdessen präsentiert sie sich als Frau, die lustvoll zupackt. Als ihr Haus im vorigen Jahr auf der Kippe stand, nachdem es die Vivico Real Estate GmbH vom Land Hessen gekauft hatte, versuchten sie und die Vereinsmitglieder, durch Ausstellungen und Netzwerke Staub aufzuwirbeln. „Das war schon ein kleines Politikum“, erinnert sie sich. Schließlich bekam das Atelierfrankfurt von der Immobiliengesellschaft eine Bestandsgarantie für fünf Jahre. „Total komfortabel“, findet das Bimboese. Nun könne man besser planen.

„Kleine Brutstätte“

So sollen auch in Zukunft Künstler und Gestalter aus anderen Städten und Ländern nach Frankfurt kommen und frischen Wind in das Gehäuse mit seinen 45 Ateliers und drei Ausstellungsräumen bringen. Die Größe des Hauses sei überschaubarer als etwa beim Atelierhaus „basis“ mit seinen 120 Arbeitsräumen, die Atmosphäre nett. Ihr Domizil nennt Bimboese „kleine Brutstätte“ und erklärt, weshalb sie dort keine Galerie betreiben möchte. Zeit dafür hätte die 35 Jahre alte Kunsthistorikerin nicht, sagt sie, und bezweifelt, dass es die klassische Kunstgalerie noch lange geben wird in Zeiten von Facebook, MySpace und Co.

Termine im Internet unter www.fkv.de.

Quelle: F.A.Z.
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