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Kräutermarie : Im Grünen zu Hause

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Kräutermarie: Ursula Maria Buddeus holt Nachschub für ihren Laden im Freilichtmuseum Hessenpark. Ihre Kunden ermuntert sie dazu, sich einfach auf die Kraft der Natur einzulassen. Bild: Kretzer, Michael

Sie streift, wenn es die Zeit erlaubt, durch Wald und Wiesen, stets im Einklang mit der Natur. Ursula Maria Buddeus, die selbsternannte Kräutermarie vom Hessenpark.

          Den Kräuterladen von Ursula Maria Buddeus mit einem Schnupfen zu betreten, das wäre schade. Würden einem doch die Düfte entgehen, die den Besucher dort erwarten: Weihrauch, Lavendel, Nelke und vieles mehr - aber selbst mit freier Nase ist es schier unmöglich, jedes einzelne Kraut herauszuriechen. Buddeus ist 53 Jahre alt und die „Kräutermarie“ des Hessenparks. Diesen Namen hat sie sich schützen lassen, um, wie sie freimütig sagt, damit werben zu können. Seit gut vier Jahren betreibt sie den Laden in einem der Fachwerkhäuser am Marktplatz des Freilichtmuseums.

          Eine steinerne Treppe führt zur Eingangstür. Drinnen ist es angenehm kühl. Unter der Zimmerdecke hängen getrocknete Pflanzen. Eine Stiege mit jungen Stevia-Pflanzen steht auf dem Boden. In die Regale sind Wellness-Tees, Kosmetikartikel, und Lebensmittel sorgfältig einsortiert. Die Artikel stammen aus vielen Teilen der Welt, aber auch aus der Region. Die „Wernborner Mischung“ zum Beispiel, eine Teezubereitung mit Kräutern aus dem gleichnamigen Ortsteil von Usingen.

          Dort lebt Buddeus seit gut 30 Jahren. Aufgewachsen ist die pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) im Sauerland, wo sie ihren Beruf erlernte. Später ging sie mit ihrem Mann nach Hamburg. Als PTA hat Buddeus zwar ein solides Grundwissen erworben, doch Arzneien selbst zubereiten und verkaufen darf sie nicht. Nach der Ausbildung hat sie zehn Jahre lang in Apotheken gearbeitet und Erfahrung bei einer Heilpraktikerin in Bad Homburg gesammelt.

          Hirsche röhren und Wildschweine grunzen

          Ihren Kunden rät Buddeus, zuerst Rücksprache mit dem Arzt zu halten, bevor sie mit den Kräutern und Tees aus ihrem Laden experimentieren. „Jeder Körper reagiert anders, deshalb muss jeder für sich die richtige Dosis finden, um sich wohl zu fühlen. Das geht nur durch Ausprobieren.“ Sie selbst findet rund um Wernborn immer irgendein Kraut, das sie mit nach Hause nimmt, mit anderen Zutaten mischt und in kleinen Mengen an sich selbst testet. So wie den Großteil ihrer Ware.

          Der kleine Ort im Taunus erschien Buddeus anfangs wie das Ende der Welt. Doch inzwischen weiß sie die Vorzüge Wernborns zu schätzen: „Von unserem Haus aus höre ich die Hirsche röhren und die Wildschweine grunzen. Und man ist sofort im Grünen.“ Ins Grüne, dorthin geht sie jeden Tag. Meistens mit ihrem „langbeinigen Dackel“, wie sie Rocky nennt, der eigentlich ein Labrador-Mix ist. Ihr erster Hund sei ein Dackel gewesen, erzählt Buddeus, und seitdem bezeichne sie jeden Hund als solchen. Mittags schließt sie den Laden für zwei Stunden. Dann schnappt sie sich Rocky und geht los.

          Strunsen nennt sie das - einfach in Wald und Wiesen umherstreifen. „In der Natur hole ich mir Kraft und Energie“, sagt Buddeus. Unterwegs hält sie manchmal an einer Quelle im Wald oberhalb des Hessenparks und zapft sich literweise Wasser. Es habe eine heilende Wirkung, daran glaubt sie fest. Ohne den festen Glauben an ihre Wirkung funktioniere die Naturheilmethode nicht, sagt Buddeus, und ihr ernstes Gesicht zeigt, dass sie davon wirklich überzeugt ist. Doch sobald sie wieder von ihrer Arbeit erzählt, bilden sich Lachfältchen in ihrem Gesicht. Es macht ihr sichtlich Spaß, Wissen weiterzugeben.

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