http://www.faz.net/-gzg-75rnm
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 15.01.2013, 19:22 Uhr

„Kontrollbarometer“ Puttrich besteht weiter auf Hygiene-Siegel für Gaststätten

Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU) will in Hessen ein Qualitätssymbol für Gaststätten durchsetzen

von , Wiesbaden
© dapd Lucia Puttrich.

Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU) will in Hessen ein Qualitätssymbol für Gaststätten durchsetzen. Weil eine Regelung auf Bundesebene derzeit nicht möglich sei, werde sie sich bei der von ihr geleiteten Verbraucherschutzkonferenz im Mai für eine von möglichst vielen Bundesländern übernommene einheitliche Kennzeichnung nach gemeinsamen Kriterien stark machen, kündigte Puttrich am Dienstag in Wiesbaden an. Notfalls werde Hessen aber auch im Alleingang handeln, möglicherweise noch in diesem Jahr.

Ralf Euler Folgen:

Ein „Flickenteppich“ unterschiedlicher System verwirre die Verbraucher statt ihnen zu helfen, warnte die Ministerin; deshalb setze sie auf die Mitwirkung möglichst vieler Länder. Sie selbst tendiere zu einer Art „Kontrollbarometer“, das auf freiwilliger Basis am Eingang von Restaurants und Imbissen angebracht würde und auf dem auch Veränderungen bei der Bewertung durch Lebensmittelinspektoren nachvollziehbar wären. Auf diese Weise würde ein Anreiz für mehr Hygiene und Sorgfalt beim Lebensmittelverkauf geschaffen. „Bei Lokalen, die kein Untersuchungsergebnis veröffentlichen, kann sich der Gast dann seinen Teil denken.“

Ministerin wirbt auch für „Regionalfenster“

Wie berichtet, haben sich Union und Liberale in Berlin bei der Diskussion über ein Qualitätssiegel für Gaststätten bisher nicht auf eine gesetzliche Regelung einigen können. Deshalb hat Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) die Realisierung der Initiative den Ländern überlassen. Hessen hat in diesem Jahr turnusgemäß den Vorsitz in der Konferenz der Verbraucherschutzminister übernommen.

Die Grünen im Landtag forderten Puttrich am Dienstag auf, ihren jahrelangen Ankündigungen für mehr Verbraucherschutz endlich Taten folgen zu lassen und sich konsequent für eine „Hygieneampel“ einzusetzen. Ihre Partei bevorzuge eine verpflichtende Kennzeichnung für jedes Restaurant und jeden Imbiss, sagte die Grünen-Abgeordnete Martina Feldmayer. Mit den Farben Grün, Gelb und Rot würde dann signalisiert, ob die Hygienevorschriften ganz, teilweise oder unzureichend erfüllt wären. Betriebe, die bei einer Überprüfung nicht positiv bewertet worden seien, hätten die Möglichkeit, die Defizite binnen vier Wochen auszugleichen und sich während weiterer vier Wochen abermals kostenpflichtig bewerten zu lassen. Die Kontrollergebnisse aller amtlich besichtigten Betriebe sollten zudem auf der Internetseite des Verbraucherschutzministeriums veröffentlicht werden.

Puttrich warb indes auch für ein bundesweites „Regionalfenster“, das bei Lebensmitteln Auskunft über Rohstoffe, Verarbeitung und Herkunftsregion geben soll. Am Freitag beginnt - organisiert von Hessen aus - ein dreimonatiger Test in mehreren Bundesländern. In Hessen wird das „Regionalfenster“ in Läden in Fulda und Neuhof sowie im Vogelsberg in Lauterbach und Alsfeld erprobt. Auch wenn es auf freiwilliger Basis eingeführt werde, sei es eine wichtige Entscheidungshilfe für den Konsumenten, so Puttrich.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ökologischer Zustand schlecht Umweltamt gibt vielen Gewässern schlechte Noten

In drei von vier Gewässern in Hessen schwimmen weniger Fischarten, als die EU es gerne hätte. In einem Drittel gibt es zu viel Phosphor, das zu einer übermäßigen Algenentwicklung führt. Mehr

27.07.2016, 17:02 Uhr | Rhein-Main
Klassiker aus Danzig Herings-Tatar auf Schwarzbrot

Die polnische Hafenstadt Danzig ist bekannt für ihre Fischspezialitäten. Im Kubicki, einem der ältesten Restaurants der Stadt, interpretiert Damian Mazurkowski traditionelle Gerichte neu – darunter Herings-Tatar. Mehr

23.07.2016, 11:24 Uhr | Stil
Polizei in München Der Lage voll gewachsen

Die Lage in München war chaotisch, aber die Polizei hatte sie auffallend gut im Griff. Nicht nur ihr Sprecher wird am Tag nach dem Amoklauf für seine große Professionalität allenthalben gelobt. Mehr Von Karin Truscheit, München

23.07.2016, 10:30 Uhr | Politik
Waffenkauf online BKA will Maßnahmen gegen Kriminalität im Darknet verschärfen

Das BKA hat am Mittwoch in Wiesbaden angekündigt, den verschlüsselten Bereich des Internets ins Visier zu nehmen. Der Chaos Computer Club hält es für realistischer, dass ein Nutzer auf der Suche nach einer Waffe außerhalb des Darknets fündig wird. Mehr

27.07.2016, 18:15 Uhr | Politik
Geldgeber fehlt noch Usinger Stadtkern soll Outlet-Center werden

Gegen das Ladensterben in Usingen im Hochtaunus hat der Gewerbeverein eine eigene Idee. Ein Geldgeber wird dafür allerdings noch gesucht. Mehr Von Jan Schiefenhövel

26.07.2016, 20:09 Uhr | Rhein-Main

Schluss um Mitternacht

Von Helmut Schwan

Flughafenbetreiber Fraport fordert mehr Flexibilität bei der Handhabung des Nachtflugverbots. Minister Al-Wazir verspürt aber keine Lust, sich auf diesem Feld Ärger einzuhandeln. Mehr 2 4

Abonnieren Sie unsere Rhein-Main Newsletter

  • Newsletter auswählen

    Newsletter auswählen