Home
http://www.faz.net/-gzg-75rnm
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

„Kontrollbarometer“ Puttrich besteht weiter auf Hygiene-Siegel für Gaststätten

Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU) will in Hessen ein Qualitätssymbol für Gaststätten durchsetzen

© dapd Vergrößern Lucia Puttrich.

Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU) will in Hessen ein Qualitätssymbol für Gaststätten durchsetzen. Weil eine Regelung auf Bundesebene derzeit nicht möglich sei, werde sie sich bei der von ihr geleiteten Verbraucherschutzkonferenz im Mai für eine von möglichst vielen Bundesländern übernommene einheitliche Kennzeichnung nach gemeinsamen Kriterien stark machen, kündigte Puttrich am Dienstag in Wiesbaden an. Notfalls werde Hessen aber auch im Alleingang handeln, möglicherweise noch in diesem Jahr.

Ralf Euler Folgen:    

Ein „Flickenteppich“ unterschiedlicher System verwirre die Verbraucher statt ihnen zu helfen, warnte die Ministerin; deshalb setze sie auf die Mitwirkung möglichst vieler Länder. Sie selbst tendiere zu einer Art „Kontrollbarometer“, das auf freiwilliger Basis am Eingang von Restaurants und Imbissen angebracht würde und auf dem auch Veränderungen bei der Bewertung durch Lebensmittelinspektoren nachvollziehbar wären. Auf diese Weise würde ein Anreiz für mehr Hygiene und Sorgfalt beim Lebensmittelverkauf geschaffen. „Bei Lokalen, die kein Untersuchungsergebnis veröffentlichen, kann sich der Gast dann seinen Teil denken.“

Ministerin wirbt auch für „Regionalfenster“

Wie berichtet, haben sich Union und Liberale in Berlin bei der Diskussion über ein Qualitätssiegel für Gaststätten bisher nicht auf eine gesetzliche Regelung einigen können. Deshalb hat Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) die Realisierung der Initiative den Ländern überlassen. Hessen hat in diesem Jahr turnusgemäß den Vorsitz in der Konferenz der Verbraucherschutzminister übernommen.

Die Grünen im Landtag forderten Puttrich am Dienstag auf, ihren jahrelangen Ankündigungen für mehr Verbraucherschutz endlich Taten folgen zu lassen und sich konsequent für eine „Hygieneampel“ einzusetzen. Ihre Partei bevorzuge eine verpflichtende Kennzeichnung für jedes Restaurant und jeden Imbiss, sagte die Grünen-Abgeordnete Martina Feldmayer. Mit den Farben Grün, Gelb und Rot würde dann signalisiert, ob die Hygienevorschriften ganz, teilweise oder unzureichend erfüllt wären. Betriebe, die bei einer Überprüfung nicht positiv bewertet worden seien, hätten die Möglichkeit, die Defizite binnen vier Wochen auszugleichen und sich während weiterer vier Wochen abermals kostenpflichtig bewerten zu lassen. Die Kontrollergebnisse aller amtlich besichtigten Betriebe sollten zudem auf der Internetseite des Verbraucherschutzministeriums veröffentlicht werden.

Puttrich warb indes auch für ein bundesweites „Regionalfenster“, das bei Lebensmitteln Auskunft über Rohstoffe, Verarbeitung und Herkunftsregion geben soll. Am Freitag beginnt - organisiert von Hessen aus - ein dreimonatiger Test in mehreren Bundesländern. In Hessen wird das „Regionalfenster“ in Läden in Fulda und Neuhof sowie im Vogelsberg in Lauterbach und Alsfeld erprobt. Auch wenn es auf freiwilliger Basis eingeführt werde, sei es eine wichtige Entscheidungshilfe für den Konsumenten, so Puttrich.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neue Kennzeichungspflicht Polizisten wehren sich gegen Sparpolitik in Hessen

Hunderte Polizisten sind in Wiesbaden gegen die Sparpolitik des Landes auf die Straße gegangen. Unterdessen hat Innenminister Peter Beuth die neue Kennzeichnung von Polizisten für öffentliche Einsätze vorgestellt. Mehr

15.12.2014, 11:44 Uhr | Rhein-Main
Umwelt Gülle zu Gold: Chile setzt auf Biogas

Gülle fällt in der Tierhaltung in Massen an und ist für viele landwirtschaftliche Betriebe ein Problem. Doch in Chile produzieren immer mehr Bauern Strom mit den Ausscheidungen ihrer Tiere. Biogasanlagen könnten der energiehungrigen Wirtschaft des Landes helfen, die stark von Importen abhängt. Mehr

26.11.2014, 11:13 Uhr | Technik-Motor
Nach Hygieneskandal Bei Burger King wird wieder gebrutzelt

Drei Wochen nach dem abrupten Aus für viele Burger King-Filialen in der Region haben die Frankfurter Restaurants am Dienstag wieder aufgemacht. Viele Mitarbeiter warten noch auf ihr Geld. Mehr Von Tim Kanning, Frankfurt

17.12.2014, 11:15 Uhr | Rhein-Main
Karibik Meeresschildkröten auf St. Lucia sollen überleben

Überfischung und unvorsichtige Tauch-Touristen, aber auch zu viele Pestizide in der Landwirtschaft und die illegale Müllentsorgung gefährden das Leben an den Küsten St. Lucias. Ein Projekt will das nun ändern. Mehr

21.10.2014, 17:52 Uhr | Gesellschaft
Violence Prevention Network Im Jugendvollzug werden viele Salafisten rekrutiert

Das Violence Prevention Network kümmert sich um die Islamisten-Szene in den Gefängnissen. Dort ist Prävention besonders wichtig - doch jetzt fehlt Geld. Mehr

09.12.2014, 07:30 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.01.2013, 19:22 Uhr

Kleiner Wunschzettel

Von Matthias Alexander

Keine Smileys in E-Mails mehr. Schluss mit hässlicher Polystyrol-Wärmedämmung an Frankfurter Häusern. Und bitte, keine abgelesenen Reden mehr im Römer. Ein paar Wünsche zu Weihnachten. Mehr 6