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Konjunktur Der schwache Arbeitsmarkt bringt auch Sorge um Auszubildende mit sich

 ·  Noch steht Hessens Arbeitsmarkt besser da als vor einem Jahr. Doch die Anzeichen für eine Abschwächung in Folge der kriselnden Konjunktur mehren sich. Betriebe sparen an der Ausbildung, statt den erwarteten Fachkräftemangel abzuwehren.

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Hessens Arbeitsmarkt schwächelt immer deutlicher. Im Juli stieg die Arbeitslosigkeit mit einem Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat deutlich stärker als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Sorgen bereitet auch der Ausbildungsmarkt, auf dem gerade jetzt die meisten Verträge abgeschlossen werden.

Insgesamt waren im Juli 182.465 Männer und Frauen im Land arbeitslos gemeldet. Das waren 7300 Menschen oder 4,2 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf nun 5,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte es im Juli noch 3730 Arbeitslose mehr gegeben. Die Quote betrug im Juli 2011 noch 6,0 Prozent.

Der zurückgehende Einsatz von Zeitarbeitern ist kein Zeichen für eine gute Konjunktur

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl im Hochsommer ist durchaus üblich, fiel aber stärker aus als gewohnt. Um Saisoneinflüsse bereinigt erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 1000 Menschen. Für das Gesamtjahr werde die Prognose von 4,1 Prozent weniger Arbeitslosen wegen der bereits im zweiten Quartal eingetretenen Abschwächung nur noch knapp zu erreichen sein, erklärte Direktionschef Frank Martin.

Neben dem Rückgang der freien Stellen macht ihm vor allem Sorgen, dass die Zahl der kurzfristig Arbeitslosen bereits im vierten Monat in Folge über den Werten aus dem Vorjahr lag. Gemeinsam mit dem zurückgehenden Einsatz von Zeitarbeitern sei das ein deutlich negatives Signal der Konjunktur, sagte Martin.

„Sollte sich die Zurückhaltung bei der Stellenakquise fortsetzen, wird das schwierig“

Entgegen den Erwartungen führte die schwächelnde Konjunktur nach Erkenntnissen der Arbeitsagentur bereits auch dazu, dass Betriebe weniger Ausbildungsstellen anbieten. Einer um 5,6 Prozent gewachsenen Bewerberzahl (41.218) stünden derzeit 0,8 Prozent weniger Stellen (34.159) als vor einem Jahr gegenüber. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten überschatteten die wichtige Generalprobe für die von der verkürzten Gymnasialzeit (G8) bedingten Doppeljahrgänge, die 2013 und 2014 auf den Ausbildungsmarkt drängen werden. „Sollte sich die Zurückhaltung bei der Stellenakquise fortsetzen, wird das schwierig“, sagte Martin. Der erwartete Fachkräftemangel sei offensichtlich noch nicht für alle Betriebe gleichermaßen spürbar.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warf Unternehmen und Landesregierung vor, sich nicht ausreichend auf die Auswirkungen von G8 vorbereitet zu haben, die sie selbst vorangebracht hätten. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) sprach sich erneut für die stärkere Rekrutierung ausländischer Fachkräfte aus.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs in Hessen erhöhte sich erneut schwächer

Nennenswerte Zuwanderung von qualifizierten Kräften sei in Hessen bislang nur aus Polen erkennbar, erklärte dazu eine Sprecherin der Arbeitsagentur. Aus dem Nachbarland waren 2011 etwa 4000 Arbeitskräfte eingewandert. Aus kriselnden Euro-Staaten in Südeuropa seien größere Wanderungen noch nicht zu erkennen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs in Hessen erhöhte sich bis Mai binnen Jahresfrist mit einem Plus von 1,9 Prozent erneut schwächer als im Bund (2,1 Prozent) und in Westdeutschland insgesamt (2,2 Prozent). Direktionschef Martin führte das auf den speziellen Branchenmix mit einem besonders starken Dienstleistungs- und Finanzsektor insbesondere im Rhein-Main-Gebiet zurück. Die Prognose von 0,5 Prozent Plus für das Gesamtjahr werde leicht erreicht.

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