Sicher, man kann die Lage ausländischer Schüler in Frankfurt in düsteren Farben schildern: Wieder etwas mehr Jugendliche an Haupt- und Berufsschulen ohne Hauptschulabschluss, mehr Kinder in Förderschulen, viele in Lernhilfeschulen und so weiter.
So nachdenklich einen jene Entwicklung stimmen muss, so wichtig ist es, einmal auf die positiven Tendenzen zu schauen, die die neue Studie des Frankfurter Schuldezernats auch benennt. Danach verlassen mehr ausländische Schüler die Realschule oder das Gymnasium mit einem Abschluss als vor fünf Jahren, und die Zahl der Hauptschüler (ohne Berufsschüler) ohne Abschluss ist deutlich zurückgegangen.
Das sind ermutigende Zeichen einer Entwicklung, die hoffentlich verstetigt werden kann. Zu verdanken ist sie nicht zuletzt engagierten Lehrern, von denen es mehr gibt, als man gerne denkt, aber auch Stiftungen, die wichtige Beiträge leisten, um ausländische Schüler oder deutsche Schüler, die aus Zuwandererfamilien stammen, zu unterstützen.
Frankfurter Stiftungen fördern ausländische Schüler
Um nur zwei Beispiele zu nennen: Im „Deutschsommer“ fördert die Stiftung Polytechnische Gesellschaft in diesen Ferien Sprachkenntnisse von 156 Drittklässlern aus 33 Frankfurter Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil. Die BHF-Bank-Stiftung setzt gemeinsam mit Sozialarbeitern ihr Förderprojekt an der Carlo-Mierendorff-Schule in Stadtteil Preungesheim fort, um mehr Jugendliche zum Hauptschulabschluss zu führen. Das Schuldezernat weiß diese Hilfe zu schätzen. Davon, dass Frankfurt starke Stiftungen hat, profitieren nicht zuletzt die Schüler.
Damit sollen die Situation und die Zukunftschancen ausländischer Schüler nicht idealisiert werden. Der Förderbedarf ist nach wie vor groß. Nicht ohne Grund hat jüngst Petra Lölkes, kommissarische Geschäftsführerin der stadtnahen Gesellschaft für Jugendbeschäftigung, in dieser Zeitung eine „systematische Förderung aller Hauptschüler“ in Frankfurt gefordert. Sie sei noch zu sehr vom Einsatz der Schulleiter abhängig, monierte sie. Mehr als die Hälfte der Hauptschüler sind Ausländer.
Außerdem müssen die Eltern ausländischer Schüler mehr als bisher einbezogen werden: Es muss gelingen, sie stärker am schulischen Fortkommen ihrer Kinder zu beteiligen. Sie sind die ersten Erzieher ihrer Kinder, nicht die Lehrer.