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Kommentar zur Landtagswahl Wind von hinten und von vorn

 ·  Wie geht die hessische Landtagswahl am 22. September aus? Noch wirkt das Stimmungsbild stark bundespolitisch grundiert. Der Wind aus Berlin bläht den einen die Segel, den anderen bläst er ins Gesicht.

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Jörg-Uwe Hahn hat recht. Nancy Faeser hat auch recht. Das kommt nicht oft vor, wenn der hessische Justizminister von der FDP und die SPD-Landtagsabgeordnete, die im Falle eines Regierungswechsels Innenministerin würde, über das Gleiche reden. „In Hessen gibt es keine Wechselstimmung mehr“, sagte Hahn auf dem FDP-Parteitag. Faeser sagte, zwar nehme sie eine „leichte Wechselstimmung“ im Land wahr, aber die SPD müsse kämpfen.

Faeser hat insofern recht, als nach der neuen Umfrage Rot-Grün knapp vor Schwarz-Gelb liegt. Hahn wiederum liegt mit Blick darauf richtig, dass der Vorsprung seit April auf eine Winzigkeit zusammengeschmolzen ist, die sich allemal im Rahmen umfragebedingter Fehlertoleranzen bewegt. Das Rennen ist jedenfalls offen.

Nach den Sommerferien geht es richtig los

Jetzt gehen die Hessen erst einmal in die Ferien, für viele ist die Landtagswahl am 22. September gedanklich noch weit weg. Auch deshalb wirkt das Stimmungsbild stark bundespolitisch grundiert. Man tritt dem urlaubsgestimmten hessischen Souverän nicht zu nahe, wenn man die den Umfragedaten zugrundeliegenden Denkfiguren so interpretiert: Merkel gut, CDU gut, Hessen-CDU auch gut. Steinbrück enttäuschend, SPD schwach, Hessen-SPD ebenfalls schwächer. Die hessischen Fundamentaldaten haben sich jedenfalls nicht so stark verändert, dass der Umschwung allein mit der Landespolitik zu erklären wäre.

So bläht der Wind aus Berlin den einen die Segel, den anderen bläst er ins Gesicht. Vermutlich könnte Jörg-Uwe Hahn den Friedensnobelpreis gewinnen, und trotzdem stünde die hessische FDP keinen Deut besser da, solange die Bundes-FDP beim Wahlvolk unten durch ist. Andererseits hat gerade die FDP bei den Landtagswahlen in Niedersachsen, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen Ergebnisse erzielt, die deutlich über den Umfragewerten lagen.

Die hessischen Grünen haben vor kurzem mit einer Personalie die Verhältnisse zum Tanzen gebracht. Tarek Al-Wazir, ihr Landesvorsitzender, hat selbstbewusst seinen Anspruch auf das Amt des Wirtschaftsministers in einem rot-grünen Kabinett angemeldet. Das fand die SPD nicht lustig. CDU und FDP fanden es gut, weil sie ein Kampagnenthema wittern. Den Grünen hat es ausweislich der Umfragedaten nicht genützt, Al-Wazir hat es nicht geschadet. Alles Weitere nach den Sommerferien.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)

03.07.2013, 23:20 Uhr

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