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Kommentar zur Hessen-FDP : Wahlsieger Hahn

Frühzeitig pro Rösler: Jörg-Uwe Hahn, Chef der Hessen-FDP Bild: Röth, Frank

Zu den eindeutigen Gewinnern des Wahlabends in Hannover gehört der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn. Er hatte sich frühzeitig auf die unzweideutige Unterstützung von Parteichef Philipp Rösler festgelegt.

          Wahlabende vor dem Fernseher zu verbringen ist selten ein großes Vergnügen. Sobald die Ergebnisse einigermaßen belastbar sind, schnurren Verlierer wie Sieger die vorgefertigten Formulierungen ab. Am Sonntag war es anders, nicht nur wegen des bis in den späten Abend offenen Wahlausgangs in Niedersachsen.

          Es waren vor allem die Mienen von FDP-Spitzenkräften, die für theaterreife Unterhaltung sorgten. Wenn jemals das Wort von den gemischten Gefühlen zutraf, dann hier: Die zum Königsmord Entschlossenen mussten den Dolch wieder in ihrem Gewand verschwinden lassen und angesichts des unzeitigen Triumphs ein Lächeln aufsetzen. Wie hübsch und abstoßend zugleich, das unterschiedliche Tempo zu beobachten, das sie dabei vorlegten.

          Unzweideutige Unterstützung

          Zu den eindeutigen Gewinnern des Abends gehört der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn. Er hatte sich frühzeitig auf die unzweideutige Unterstützung von Parteichef Philipp Rösler festgelegt, unter dem nun schon der dritte glänzende Wahlsieg bei Landtagswahlen nacheinander zu verzeichnen ist. Und Hahn hatte auch die düsteren Prognosen der Meinungsforscher für die FDP als das abgetan, was sie waren: wertlos. Bei aller polternden Sprunghaftigkeit, die viele seiner Wortmeldungen prägt, hat der stellvertretende Ministerpräsident in der Führung der hessischen Partei doch Ruhe und Klarsicht bewiesen.

          Was sich von den Erfahrungen der nördlichen Nachbarn auf das nach Soziographie und politischen Traditionen ganz anders gelagerte Hessen übertragen lässt, ist noch keineswegs ausgemacht. Als sicher kann gelten, dass die Liberalen nun auch ihre letzten Vorbehalte gegenüber dem von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) favorisierten Wahltermin aufgegeben haben. Der Trend ist schließlich wieder ihr Freund. Auch aus ihrer Sicht spricht daher nichts dagegen, Landtag und Bundestag am selben Termin zu wählen - dem 22. September. Heute wird das wohl verkündet werden.

          Am Ende stimmen Individuen ab

          Wenn in der hessischen CDU nun Stimmen laut werden, es nach den Erfahrungen in Niedersachsen mit der Unterstützung der FDP nicht zu übertreiben, muss sich Hahn auch in dieser Hinsicht nicht allzu viele Sorgen machen. Es ist ja nicht so, dass die CDU ihre Wähler abordnen könnte oder auch nicht. Am Ende stimmen Individuen ab, die sich ihre Entscheidung wohl überlegt haben. Für viele Bürger ist die Leistung der FDP im Bund offenbar doch nicht so desolat, dass die Partei für sie unwählbar geworden wäre.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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          Quelle: F.A.Z.

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