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Kommentar zur Frankfurter FDP Als gäbe es nichts Anderes zu tun

 ·  Wenn die Frankfurter FDP bedeutungslos werden will, muss sie nur so weitermachen.

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Die FDP ist schon ein munterer Verein. Da halten die Liberalen seit langem wieder einmal gerade so eben die Nase über der Umfrage-Tischkante, da zanken sie mit sich selbst wie die Kesselflicker, als hätten sie sonst keine Sorgen.

Sprach für das Beiseiteschieben von Wirtschaftsminister Dieter Posch und von Kultusministerin Dorothea Henzler als Anti-Aging-Therapie noch eine gewisse Plausibilität, so warf doch zumindest die Art und Weise, wie Henzler der Stuhl vor die Tür gestellt wurde, Fragen auf. Zwar ist Politik kein Mädchenpensionat, aber aus Stilfragen können Machtfragen werden, wenn die Wähler den Umgang in einer Partei abstoßend finden.

Überhaupt ist nicht so richtig erkennbar, worum es denen geht

So betrachtet, könnte sich das Manöver, das sich jetzt gegen den Bezirksvorsitzenden Hans-Joachim Otto richtet, nicht nur als stillos herausstellen, sondern als das, was man im Tennis „Unforced Error“ nennt, einen Fehler ohne jede Not. So reich ist die Talentschmiede FDP nämlich nicht mit Junggenies gesegnet, dass sie auf Ottos Erfahrung verzichten könnte, der dem Bundestag seit fünf Wahlperioden angehört und als Staatssekretär eine recht passable Figur abgibt. Und so alt ist Otto mit 59 Jahren noch nicht, dass es ihm wie Posch und Henzler gehen müsste.

Überhaupt ist nicht so richtig erkennbar, worum es denen geht, die Otto beiseiteschieben wollen. Gäbe es wenigstens programmatische Differenzen, hätte die Operation noch einen rationalen Kern. Nach Auskunft aller Beteiligten ist das allerdings nicht der Fall. Bleiben als Erklärungsmuster Geltungssucht und Karrierestreben von Jüngeren, die vor Ehrgeiz schier platzen. Unter anderem deshalb, weil genau dieser Eindruck entstanden ist, sitzt die FDP allerdings in der Tinte.

Ein klärendes Wort

Was den neuen Frankfurter FDP-Kreisvorsitzenden Christoph Schnurr antreibt, bleibt vorerst ein Rätsel. Dass er, kaum auf den Schild gehoben, bei der Wahl seiner Stellvertreter gleich zwei Nasenstüber bekam, indem die liberale Delegiertenfamilie seine Kandidaten durchfallen ließ, scheint ihm nicht zu denken zu geben. Jetzt will er schon wieder mit dem Kopf durch die Wand.

Wenn die Frankfurter FDP so weitermacht, endet sie in der Bedeutungslosigkeit. Hat sie angesichts einer schwarz-grünen Mehrheit im Römer und eines künftigen sozialdemokratischen Oberbürgermeisters wirklich nichts Besseres zu tun, als sich um Posten zu zanken? Warum muss der frühere Vorsitzende Dirk Pfeil den bösen alten Mann im Hintergrund spielen? Und wo bleibt das klärende Wort des Landesvorsitzenden?

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Jahrgang 1954, Herausgeber.

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