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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar zum Straßenbau Viel Geld und viele Schäden

 ·  „Rekordsumme“ für den Straßenbau - das hört sich gut an, sofern man nicht gerade Grüner ist. 700 Millionen Euro in diesem Jahr stellen in der Tat eine stolze Summe dar.

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Unter den Rädern der Autos einstürzen wird keine der Autobahnbrücken in Hessen. Das steht zumindest zu hoffen. Doch völlig ausgeschlossen ist das Unwahrscheinliche nie. Niemand hätte sich vorstellen können, dass eine Autobahnbrücke beilaufendem Verkehr zusammenkrachen würde, wie dies 2007 im amerikanischen Minneapolis geschehen ist. Deshalb ist es erfreulich, dass weitere marode Autobahnbrücken in Hessen saniert werden.

„Rekordsumme“ für den Straßenbau - das hört sich gut an, sofern man nicht gerade Grüner ist. 700 Millionen Euro in diesem Jahr stellen in der Tat eine stolze Summe dar. Doch damit wird kein Kilometer neue Straße gebaut, sondern nur das vorhandene Straßennetz in einen Zustand gebracht, dass es gefahrlos genutzt werden kann. Wollte man alle Schäden an den hessischen Autobahnen und Bundesstraßen, die sich im Laufe der Jahre angehäuft haben, beseitigen, müssten auch in den nächsten Jahren Rekordsummen zur Verfügung stehen. Diese kommen übrigens größtenteils aus der Bundes- und nicht aus der Landeskasse.

Die laufenden Kosten werden oft vergessen

Die hohen Kosten allein für die Sanierung der Brücken müssen für alle eine Lehre sein,die „immer höher und weiter“ schreien. Mit neuen Verkehrsprojekten sind die Politiker schnell zur Hand, in Zeiten des Misstrauens gegen den Straßenbau vor allem mit Schienenprojekten. Die Wunschliste der Frankfurter allein dürfte das Budget von Verkehrsminister Peter Ramsauer sprengen.

Keiner scheint sich Gedanken darüber zu machen, dass ein zusätzlicher Verkehrsweg nicht nur eine hohe Investition darstellt, sondern jedes Jahr laufende Kosten für die Instandhaltung verursacht. Und irgendwann kann eine Straße, ein Schienenweg, ein Tunnel oder eine Brücke nicht mehr geflickt werden, vielmehr müss en sie von Grund auf saniert oder gar ganz neu gebaut werden. Die Schiersteiner Brücke ist ein Beispiel dafür. Jahrelang wurde für viel Geld an ihr herumgedoktert, jetzt wird gleich nebendran eine neue Brücke über den Rhein gebaut. Der Erhalt des Verkehrsnetzes ist zwar eher unpopulär, aber doch die wichtigste und schwierigste Aufgabe der Verkehrspolitik.

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Jahrgang 1954, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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