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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar zum Lehrermangel Schöne Aussichten in den Schulen

07.08.2008 ·  An Hessens Schulen fehlen die Lehrer. Die Anwerbung von Quereinsteigern kann ein Schritt in die richtige Richtung sein. Grundfalsch ist es jedoch, Nichtpädagogen mit der Aussicht auf Verbeamtung zu ködern.

Von Jacqueline Vogt
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Das Schuljahr hat begonnen, mehr oder weniger holprig ist es in Gang gekommen, und vielerorts wird sich die Drehzahl in den nächsten Tagen und Wochen noch ändern. Stundenpläne zu machen ist ein Kraftakt an jeder Schule, und fast jede muss nachjustieren. Das liegt auch daran, dass die Personalplanung noch nicht überall abgeschlossen ist, zudem war sie diesmal so kompliziert wie selten in der jüngeren Vergangenheit.

An allen Ecken und Enden fehlten Lehrer; auf der Liste der sogenannten Mangelfächer stehen längst nicht mehr nur die Naturwissenschaften. Folgerichtig hat der geschäftsführende Kultusminister Jürgen Banzer (CDU) über neue Wege der Personalgewinnung nachdenken müssen. Vor den Ferien hatte er eine Werbekampagne für die Arbeit an hiesigen Schulen vorgestellt. Die daraufhin einsetzende Empörung, damit habe Hessen versucht, seine Personalprobleme auf Kosten anderer Länder zu lösen, darf man getrost überhören, solange Bildung föderal organisiert ist. Die Ohren spitzen sollte man allerdings, wenn es darum geht, ob und wie Quereinsteigern ein Weg in den Lehrer-Beruf geebnet werden kann.

Auf die Persönlichkeit des Lehrers kommt es an

Erstmals haben Nichtpädagogen jetzt auch an Gymnasien die Chance, als angestellte Kräfte mit der Perspektive auf eine Verbeamtung zu unterrichten. Das ist eine Zäsur, und grundsätzlich ist das gut. Denn die Voraussetzung für ein dauerhaftes Engagement ist eine pädagogische Weiterbildung analog dem Referendariat. Warum soll jemand, der während seines Studiums noch keinen Gedanken daran verschwendet hat, einmal Kinder und Jugendliche zu unterrichten, das Jahre später nicht trotzdem können? Beispiele dafür, dass ein Lehramtsstudium nicht automatisch gute Lehrer hervorbringt, gibt es ja auch. Mehr als in allen anderen Professionen hängt in pädagogischen Berufen das Gelingen von der Persönlichkeit ab – was nicht als Plädoyer gegen eine fundierte Lehrerausbildung missverstanden werden darf.

Einige hundert Quereinsteiger werden dem System nicht schaden. Dennoch gibt es Grund, an diesem Punkt kritisch einzuhaken. Denn wieder wird der Lockruf in den Lehrer-Beruf mit der Aussicht auf Verbeamtung noch im spätmittleren Lebensalter versüßt. Das ist falsch, so wie es das Festhalten am Beamtentum in den Schulen überhaupt ist. Die Rechnung dafür kommt späteren Generationen auf den Tisch, und zahlen werden dann alle.

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