04.05.2010 · Der Zorn von Detlev Buchholz muss gewaltig sein, wenn sich der Frankfurter FH-Präsident zu einer solchen Wortwahl hinreißen lässt: Im neuen Hochschulpakt werde die FH „plattgemacht“. Das Land hat offenbar unterschätzt, welchen Protest der Hochschulpakt provoziert.
Von Sascha ZoskeEs war nicht etwa der AStA der Fachhochschule Frankfurt, der das Folgende geschrieben hat, sondern ihr Präsident: In der Zeit des alten Hochschulpaktes habe das Land Hessen die FH „hängenlassen“ – „im neuen Paktzeitraum wird sie von der Regierung plattgemacht“.
Da Detlev Buchholz bisher nicht als Polemiker aufgefallen ist, muss sein Zorn schon gewaltig sein, wenn er sich noch während der laufenden Gespräche über die Hochschulfinanzierung zu solch einer Wortwahl hinreißen lässt. Außer der eigenen Empörung über die Wiesbadener Sparpläne trieb sein Senat Buchholz zur Attacke: Nachdem das Gremium ihn aufgefordert hatte, die Unterschrift unter den Vertrag in seiner jetzigen Form zu verweigern, blieb ihm schon aus Respekt vor der gewählten Vertretung nichts anderes übrig, als deren Votum zu gehorchen.
Ministerin sollte entgegenkommender sein
Viel spricht dafür, dass sich weitere Präsidenten wie Buchholz verhalten werden – sollte die Wissenschaftsministerin nicht doch noch Zugeständnisse machen oder wenigstens die Verhandlungsfrist über den 11. Mai hinaus verlängern. Eva Kühne-Hörmann wäre gut beraten, sich etwas entgegenkommender zu zeigen als bisher, will sie keinen Dauerkonflikt mit den Hochschulen riskieren. Diese sind offensichtlich nicht gewillt, nur um einer schnellen Einigung willen gravierende Nachteile hinzunehmen. Sogar die Warnung, ohne den Pakt könnten ihnen noch tiefere Einschnitte drohen, wird in der angespannten Atmosphäre eher als Erpressungsversuch denn als bedenkenswerter Hinweis empfunden.
Allem Anschein nach hat die schwarz-gelbe Landesregierung unterschätzt, welchen Widerspruch ihr Sparvorhaben auch bei jenen gesellschaftlichen Gruppen hervorrufen würde, die ihr sonst wohlgesonnen sind. Wenn Politiker ständig wiederholen, dass Investitionen in Bildung für sie absolute Priorität hätten, dürfen sie sich über die Konsequenzen nicht wundern: Die Bürger erwarten, dass Worte und Taten übereinstimmen.