31.07.2009 · Bis Montag ist der Dalai Lama in Hessen. Nirgends kann er zu Besuch kommen, ohne dass angesichts der Situation Tibets über Politik gesprochen werden muss, auch wenn sie nicht im Mittelpunkt steht. Auch dadurch bekommt der Besuch eine ernsthafte Note.
Von Stefan ToepferReligiöse Großereignisse haben immer auch etwas Kommerzielles an sich. Und so lässt sich auch mit dem Dalai Lama Geld verdienen – durch Bücher, Kalender, Buddhafiguren, Schmuck und Reisen. Die Händler vor der Commerzbank-Arena, in der der Dalai Lama bis zum Sonntag spricht, werden vermutlich zufrieden sein – auch die buddhistischen Organisationen, die für sich werben.
Inwieweit die Veranstalter, die Deutsche Buddhistische Union sowie das Tibethaus Deutschland und die Pagode Phat Hue (die beiden letztgenannten sind in Frankfurt ansässig) unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten am Ende des viertägigen Besuchs glücklich sein werden, wird sich noch zeigen. 7000 Menschen waren gekommen, viele Plätze im weiten Rund blieben leer. Die Kosten für den Besuch in Höhe von rund einer Million Euro sollen jedenfalls über den Ticketverkauf und Spenden finanziert werden.
Eine ernsthafte Note
Fragen wie diese standen den Besuchern, die zur ersten „Unterweisung“ des Dalai Lamas gekommen waren, wohl nicht im Wege. Draußen vor dem Stadion ging es in der Mittagspause gelassen zu, wenn man von Kritik an der Organisation der Verpflegung einmal absieht. Und drinnen lauschten die teils von weither angereisten Besucher, im Buddhismus Erfahrene wie Neulinge, konzentriert der Lehre des Dalai Lamas über buddhistische Grundüberzeugungen. Es war nichts für gedankenfaule Menschen. Auch die gelegentlichen Scherze, die er macht, nehmen der Ernsthaftigkeit seiner Worte nichts.
Bis Montag ist der Dalai Lama in Hessen. Nirgends kann er zu Besuch kommen, ohne dass angesichts der Situation Tibets über Politik gesprochen wird und werden muss, auch wenn sie nicht im Mittelpunkt steht. Ministerpräsident Roland Koch (CDU), ein Freund des Dalai Lamas, würdigte dessen friedlichen Einsatz für ein kulturell selbstbestimmtes Leben der Tibeter in China ebenso wie die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), die den Dalai Lama im WM-Stadion willkommen hieß. Auch dadurch bekommt der Besuch des 74 Jahre alten Mannes eine ernsthafte Note.
Da ist er schon wieder
gisbert heimes (gisbert4)
- 31.07.2009, 02:22 Uhr
Der nicht so heilige Dalai Lama
Burkhard Henze (burkhard60)
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