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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Zum Abschied die Romantik

 ·  Während sich die Amtszeit der scheidenden Oberbürgermeisterin gerade in den Köpfen der Kulturbürger schon romantisch zu verklären beginnt, hat sie noch rasch einen kulturpolitischen Coup gelandet.

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Sie hat in der als nüchtern verschrieenen Stadt den Weg zu mehr Romantik geebnet. Am Großen Hirschgraben entsteht ein neuer Anziehungspunkt. Das Romantikmuseum wird errichtet. Mit der Zusage des Landes Hessen ist die Finanzierung des Baus gesichert.

Es lag Petra Roth einiges daran, das Projekt vor ihrem Abgang unter Dach und Fach zu bringen. Schließlich hat sie der Kultur immer eine Schlüsselrolle für die Entwicklung Frankfurts zugewiesen und wurde nicht müde, die Bedeutung der kulturellen Institutionen für das Selbstverständnis der Einheimischen wie für die Außendarstellung der Stadt hervorzuheben. Nun ist es ihr gelungen, die Landesregierung für ein Vorhaben zu gewinnen, das geeignet ist, das Interesse im In-, vor allem aber auch im Ausland auf Frankfurt und ein gesamthessisches Literatur- und Kunsterbe zu lenken.

Ein Haus zu Ehren des „Landes der Dichter und Denker“

Die deutsche Romantik ist ein Exportschlager. Mit der Abgrenzung zur Weimarer Klassik nimmt man es in anderen Weltgegenden nicht so genau, da wird auch Goethe gern zu den Empfindsamen, Träumerischen, Visionären, Gottsuchern, Naturmystikern, kurzum: den die wirkliche Welt mit einem poetischen Schleier verzaubernden Romantikern gerechnet. Tatsächlich gibt es zwischen Frankfurts größtem Sohn und den Jenaer wie den Heidelberger Vertretern dieser Richtung viele Verbindungen. Und alsbald mit dem Romantikmuseum einen Ort, an dem die Besucher sich davon überzeugen können.

Es gilt, einen verborgenen Schatz zu heben und ihn der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Freie Deutsche Hochstift besitzt zahlreiche Originaldokumente, Bilder, Manuskripte aus der romantischen Epoche, in der das damals politisch noch zerstückelte Deutschland zum „Land der Dichter und Denker“ avancierte. Dass ihr nun ein Museum gewidmet wird, ist überfällig. Es wird Frankfurt gut zu Gesicht stehen.

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Jahrgang 1955, Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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