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Kommentar zu Frankfurter Zoo Auf zu neuem Glanz

Der Frankfurter Zoo ist beliebt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass er sich seit Jahrzehnten kaum weiterentwickelt hat.

© Fiechter, Fabian Vergrößern Mitten in der Stadt: Der Frankfurter Zoo steht vor großen Umbauarbeiten.

Zoos gehören zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen. Ob junge Familien, Studenten, Rentner - der Frankfurter Zoo hat sein Publikum, zumal dann, wenn es Nachwuchs bei Giraffen, Gorillas oder Tigern gibt. Demnächst, wenn der EZB-Turm in der Nachbarschaft bezogen ist, kommt vielleicht auch der eine oder andere Europäische Zentralbanker nach der Arbeit vorbei.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Frankfurter Zoo seit Jahrzehnten kaum bis gar nicht weiterentwickelt hat. Während Tiergärten in Leipzig, Hannover oder sogar Gelsenkirchen es mit klugen Konzepten geschafft haben, die Welt der Tiere einem breiten Publikum nahezubringen, hat Frankfurt diese Chance verpasst.

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30 Millionen Euro dringend notwendig

Zu lange hat sich der Zoo im Glanz von Bernhard Grzimek gespiegelt - und zu spät realisiert, dass der Name des legendären Direktors keine Popularitätsgarantie für alle Zeiten ist, sondern dass er, im Gegenteil, dazu verpflichtet, die Struktur des Tiergartens immer wieder neu zu überdenken und den Zeiten anzupassen.

Der derzeitige Zoodirektor Manfred Niekisch hat das verstanden. Aber auch er kann Versäumnisse der Vergangenheit nicht von heute auf morgen aufholen - vor allem nicht in Zeiten leerer Kassen. Die 30 Millionen Euro, die die Stadt dem Zoo für neue Gehege zur Verfügung gestellt hat, waren dringend notwendig. Der neue Haupteingang und die Bärenanlage zeigen, dass das Geld sinnvoll eingesetzt worden ist.

Hoffen auf finanzielle Hilfe ist legitim

Wenn nun noch die Pinguinanlage davon finanziert werden kann, dann war das ein Zuschuss, der sich nicht nur für die Besucher gelohnt hat, sondern vor allem für die Tiere selbst. Denn um die geht es in den Einrichtungen, die auch der Wissenschaft gegenüber verpflichtet sind - auch wenn dies oft vergessen wird.

Dass der Zoo nun weitere finanzielle Hilfe erhofft, ist legitim. Immerhin hat die Stadt vor drei Jahren das eindeutige Signal gegeben, dass man den Tiergarten erhalten und ausbauen wolle. Wie hoch die künftigen Zuschüsse ausfallen werden, darüber muss diskutiert werden. Aber einen Weg zurück sollte es nicht geben.

Quelle: F.A.Z.

 
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