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Kommentar zu Einkaufszentrum : „Skyline Plaza“ kein Selbstläufer

Ein Selbstläufer wird das Skyline Plaza nicht werden. Zu viel spricht dagegen, dass über eine Phase der Neugier zu Beginn hinaus das Einkaufszentrum Tag für Tag aus den Nähten platzt.

          Wettbewerb belebt das Geschäft, und so wird man nicht dagegen sein können, dass mit dem Einkaufszentrum nahe der Frankfurter Messe eine weitere Immobilie um die kaufkräftige Kundschaft der Region buhlt, zumal ihre Bevölkerungszahl wächst und wächst. Die hochprofessionellen Betreiber der Hamburger ECE geben sich auch alle Mühe, mehr zu bieten als nur ein gewöhnliches Einkaufserlebnis, wenn sie etwa Gastronomie selbst auf dem Dach bieten.

          Und doch: Ein Selbstläufer wird das Skyline Plaza nicht werden. Selbst wenn man annehmen darf, dass der Ladenmix von ECE mit all der Erfahrung aus dem Management von mehr als 100 Zentren optimal auf das erhoffte Publikum ausgerichtet ist - zu viel spricht dagegen, dass über eine Phase der Neugier zu Beginn hinaus das Einkaufszentrum Tag für Tag aus den Nähten platzt. Denn es bietet viel vom Immergleichen, und die Parkgebühren - wohl unvermeidlich, weil sonst Messebesucher und die Beschäftigten der nahen Büros alles belegen würden - werden Kunden abschrecken. Zudem findet sich Attraktiveres in der Nähe: die Innenstadt, die weit mehr als eine künstliche Erlebniswelt bietet, auf der einen Seite, das Main-Taunus-Zentrum, das mit freiem Parken lockt, auf der anderen.

          Wettbewerb der Standorte

          Das Skyline Plaza muss sich aber nicht nur in diesem erwünschten Wettbewerb der Standorte behaupten, sondern wie der gesamte stationäre Handel vom ersten Tag an gegen das Internet bestehen. Es muss schon als kleine Sensation gelten, dass sich eine Buchhandelskette 700 der 38 000 Quadratmeter Verkaufsfläche in der neuen Immobilie reservieren lässt, wo doch diese Geschäfte mehr und mehr auf dem Rückzug sind, weil die Deutschen Bücher unbedingt bei Amazon ordern wollen.

          Der Internethandel wird die Innenstädte von Grund auf verwandeln, auch wenn noch niemand weiß, wie. Es könnte aber zum Beispiel sein, dass an die Stelle der großen Kaufhäuser endgültig die Vorzeigeläden einzelner Marken treten, in denen der Kunde nur noch anschaut und befühlt, was er dann im Netz bestellt. Innenstädte haben in der Geschichte schon vielfach ihre Form gewandelt, sie werden das überleben. Wie aber Einkaufszentren, die nur einem einzigen Zweck dienen, diese Herausforderung bestehen, vermag niemand zu sagen. So könnte das Skyline Plaza im engeren Rhein-Main-Gebiet der letzte Neubau dieser Art sein. Ein Schluss-Stein mit Dachgarten.

          Manfred  Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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