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Frankfurter Flughafen : Kein Weg vorbei an Billigfliegern

Mit dem Trend: Die Betreiber des Frankfurter Flughafens öffnen sich für Billigflieger wie Ryanair. Bild: dpa

Fraport kann nicht länger Passagiere an Flughäfen verlieren, die sich früher auf den Trend zur Low-Cost-Fliegerei eingestellt haben. Die Kritik von Lufthansa und Condor ist wenig überzeugend.

          Rechnet man die Entschädigung aus dem gescheiterten Terminalprojekt in Manila und andere Sondereffekte heraus, bleibt beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport von dem am Freitag gemeldeten Rekordergebnis für das Geschäftsjahr 2016 ein operatives Ergebnis lediglich auf dem Niveau von 2015. Zudem hat Frankfurt Passagiere verloren. Kein Grund zu großer Euphorie also.

          Sicher haben geopolitische Verwerfungen wie in Syrien, die Terrorangst und die Sanktionen gegen Russland fatale Auswirkungen auf die Reiselust und damit auf die Luftverkehrswirtschaft. Aber Fraport hat ein weiteres Problem, das langfristig viel schädlicher wirken kann: Der Frankfurter Flughafen, der wichtigste des Konzerns, verliert im kontinentalen Verkehr erheblich Passagiere an Flughäfen, die sich früher auf den großen Trend zur Low-Cost-Fliegerei eingestellt haben, beispielsweise an Köln-Bonn und Stuttgart. Gesellschaften wie die Lufthansa legen dagegen im kontinentalen Verkehr kaum zu.

          Auch Lufthansa nutzt Rabatte

          Wer also wachsen will, kann den Vormarsch der Billigfliegerei nicht ignorieren. Das gilt für kleinere Verkehrsflughäfen sowieso, inzwischen aber eben auch für ein international bedeutendes Drehkreuz wie Frankfurt. Insofern ist es höchste Zeit gewesen, dass Fraport sich vom reinen Premiumdenken verabschiedet hat und sich nun zusätzlich auch für Low-Budget-Flieger öffnet.

          Dass sich die Lufthansa und der Ferienflieger Condor über die neuen Fraport-Geschäfte mit Ryanair und dergleichen empören, ist wenig überzeugend. Schließlich hat die Lufthansa selbst mit Eurowings eine Billigtochter entwickelt und keinen Moment gezögert, deren Maschinen anderswo starten zu lassen. Und Condor wechselt kühl rechnend nach 50 Jahren die Köche für die Bordverpflegung, um zu sparen, wobei die Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs das Nachsehen hatte.

          Alle achten also auf die Kosten und schauen genau, wo sie noch Umsatz und Gewinn erwirtschaften können. So ist das im Geschäftsleben. Und natürlich sind gewisse finanzielle Starthilfen von Flughäfen in Form von Rabatten zulässig, wenn Airlines Verbindungen neu bewirtschaften. Das nutzt auch die Lufthansa – etwa in München. Was soll also der Theaterdonner der Kranichlinie?

          Jochen Remmert

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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