19.12.2008 · Dass der Magistrat bereit ist, 30 Millionen Euro in die Anlage an der Bernhard-Grzimek-Allee zu investieren, zeigt, dass der Zoo lange vernachlässigt worden ist. Die Fokussierung auf den Artenschutz bietet jetzt die Chance, an den Ruf vergangener Tage anzuknüpfen.
Von Katharina IskandarFünfzehn Jahre in die Zukunft zu blicken fällt schwer. In einer so langen Zeit ändern sich Regierungen wie Landschaften. Niemand weiß, wie sich das Frankfurter Stadtbild in fünfzehn Jahren entwickeln wird. Zumindest ein Blick wird sich aber lohnen, sollte es tatsächlich so kommen, wie der Magistrat plant: Dass der Zoologische Garten einer „Rundum-Verschönerung“ unterzogen wird, bei der am Ende das zukunftsweisende Stichwort „Natur- und Artenschutz“ steht.
Dass der Magistrat – und unter Vorbehalt auch die Stadtverordneten – bereit ist, 30 Millionen Euro in die Anlage an der Bernhard-Grzimek-Allee zu investieren, zeigt deutlich, dass der Zoo viel zu lange vernachlässigt worden ist. Neue Gehege wurden zwar auch in den vergangenen Jahren gebaut, aber nicht in der Konsequenz, wie es nun unter dem neuen Direktor Manfred Niekisch geschieht.
Misere aller Tiergärten gelöst
Das Ziel, den Innenstadt-Zoo zur Wissenschaftseinrichtung zu machen, in der sich die Besucher über Naturschutz informieren können, ist dabei klug gewählt. Denn damit löst sich der Zoo von der Misere aller Tiergärten: nämlich eine bloße Schaueinrichtung zu sein, in der Tiere zwar gezeigt, aber ihre schwierigen Lebensumstände in einer teils stark zerstörten Umwelt vom Publikum nicht wahrgenommen werden.
Vor allem aber bietet die Fokussierung auf den Artenschutz eine Chance, wieder an den Ruf anzuknüpfen, mit dem der Zoologische Garten unter Grzimek und Faust über die regionalen Grenzen hinaus berühmt geworden ist. Vielleicht schafft es der Zoo, es ähnlich wie das Senckenbergische Institut zu halten, das es ebenfalls durch kluge Konzepte geschafft hat, international beachtet zu werden.
Fragwürdige Zoo-Planung
Ralf Sommerlad (RalfSommerlad)
- 30.12.2008, 12:28 Uhr