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Kommentar Ypsilanti hat ihre Joker verspielt

10.03.2008 ·  Die hessische SPD kann die Kräfte nicht mehr bändigen, die Frau Metzger freigesetzt hat. Ypsilantis entscheidender Fehler war, zu glauben, sie habe die Wahl gewonnen.

Von Werner D’Inka
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Wie beim 50:50-Joker in der Sendung „Wer wird Millionär?“ ist die Antwortmöglichkeit „Rot-Grün-Rot“ vom Bildschirm verschwunden. Sie wird nicht wiederauftauchen. Daran ändert auch Andrea Ypsilantis trotziges Aufstampfen nichts. Selbst wenn die Darmstädter Abgeordnete Dagmar Metzger manch nötigenden Hinweisen aus den eigenen Reihen nachgäbe und ihr Mandat niederlegte, könnte die hessische SPD die Kräfte nicht mehr bändigen, die Frau Metzger freigesetzt hat.

Daran erweist sich zweierlei: Nur sechs Wochen nach der Landtagswahl verhält sich die Landtagsfraktion der Sozialdemokraten wie die Besatzung eines Raumschiffs, die den Kontakt zur Bodenstation verloren hat. Nicht nur im Widerstandsnest Darmstadt und nicht nur im Main-Kinzig-Kreis herrscht bei vielen SPD-Kommunalpolitikern blanke Wut über den Wiesbadener Kurs. Man sei nicht im Wahlkampf über die Dörfer gezogen, um sich jetzt von den Wählern als Lügner beschimpfen zu lassen, ist landauf, landab zu hören. Mit oder ohne Frau Metzger: Setzte Ypsilanti ihr Abenteuer auf Biegen und Brechen durch, jetzt oder später, könnte sie von Glück sagen, wenn sie auf mehr als 37 Stimmen aus den Reihen der 42 SPD-Abgeordneten käme.

Die Spreu trennt sich vom Weizen

Zweitens zeigt sich wieder einmal, dass der erste Schritt die Marschroute bestimmt. Weist der in die falsche Richtung, geht die ganze Sache schief. Ypsilantis entscheidender Fehler war, zu glauben, sie habe die Wahl gewonnen. Wenn abgerechnet wird, ist das Gesetz der Zahl nämlich stärker als jede Autosuggestion.

Und etwas Drittes kommt ans Licht: In einer Krise trennt sich die Spreu vom Weizen. Jürgen Walter ist gewogen und bis auf weiteres für zu leicht befunden worden. Kaum einen Ausschlag zeigt die Waage freilich bei dem Solarpapst und designiert gewesenen Superminister Hermann Scheer. Er ist auch Träger des „alternativen Nobelpreises“. Nach Scheers weitestgehend sinnfreien Äußerungen der letzten Tage muss man sich das vorstellen wie „Loddar Matthäus, dreifacher WM-Teilnehmer und alleiniger Rekordnationalspieler“.

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