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Kommentar Wie soll man das denn aussprechen?

03.07.2010 ·  „The Squaire“ also. Das englische Wort für Platz (square) wurde mit dem für Luft (air) gekreuzt. Auf der Suche nach einem neuen Namen für das „Airrail Center“ am Flughafen haben es die Eigentümer mit der Originalität übertrieben.

Von Rainer Schulze
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„The Squaire“ also. Das englische Wort für Platz (square) wurde mit dem für Luft (air) gekreuzt. Auf der Suche nach einem neuen Namen für das „Airrail Center“ am Flughafen haben es die Eigentümer mit der Originalität übertrieben.

Es ist immer wieder erstaunlich, auf welche Ideen hoch bezahlte Marketingleute kommen. Dass man meint, am Flughafen auf Englisch um potentielle Kunden werben zu müssen – geschenkt. Aber „The Squaire“? Das spielt in der Liga von „My Zeil“. Wie soll man das aussprechen? Wir haben im Kollegenkreis die Probe gemacht. Wie squire (englisch für Gutsherr oder veraltet auch gnädiger Herr) vermuten einige.

Neuer Name soll Rückschläge der Baugeschichte vergessen machen

Die Strategie hinter der Umbenennung des Bürogebäudes ist einfach: Man verspricht sich davon eine „Neupositionierung“ am Markt. Das gewaltige Projekt soll nicht länger mit Mehrkosten und verschobenen Eröffnungsterminen assoziiert werden. Da es nun endlich der Vollendung entgegenstrebt, muss ein frischer Name her, um die an Rückschlägen nicht arme Baugeschichte vergessen zu machen.

Dass man auf den griffigen Namen „Airrail Center“, der die verkehrsgünstige Lage der Immobilie über dem Fernbahnhof am Flughafen perfekt beschrieb, verzichtet hat, hängt vermutlich auch damit zusammen, dass er doppelt vergeben war. Wenn aber schon eine neue Bezeichnung nötig schien, warum hat man sich dann nicht an der äußeren Gestalt orientiert? Hätte man etwa aus der Zigarrenform nicht etwas Originelles ableiten können? Mit Rücksicht auf die internationale Klientel auch auf Englisch, sei’s drum.

Verhunzung der Sprache schreckt die Kunden ab

Längst haben Marktforscher herausgefunden, dass der Hang zur Verhunzung der Sprache die Kunden abschreckt. Aber die Resistenz der Marketingleute ist verblüffend. Und ihr Einfluss ist enorm. Wieso sagt ein gebildeter und wortgewandter Manager wie IVG-Chef Gerhard Niesslein vor hundert Zuhörern, das Gebäude eigne sich, „um in 20 Minuten Business Relationship zu machen“? Können sich Manager nicht zwischen Deutsch und Englisch entscheiden?

Und warum meint die Oberbürgermeisterin, in ihrem im Kern deutschen Grußwort Frankfurt als „digital market place“ beschreiben zu müssen? Es ist ein Jammer. Einzig der Ministerpräsident kam in seiner kurzen Ansprache ohne denglisches Marketing-Sprech aus. Aber der ist ja bald ein Politiker von gestern.

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Von Rainer Schulze

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