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Kommentar Wettbewerb auf dem Pflegemarkt

27.07.2009 ·  Auf den ersten Blick scheint es nicht zusammenzupassen: Einerseits gibt es ein Überangebot von mehreren hundert Pflegeplätzen in Frankfurt. Andererseits, folgt man Frédéric Lauscher vom Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe, haben manche Heime Wartelisten.

Von Stefan Toepfer
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Auf den ersten Blick scheint es nicht zusammenzupassen: Einerseits gibt es ein Überangebot von mehreren hundert Pflegeplätzen in Frankfurt. Andererseits, folgt man Frédéric Lauscher vom Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe, haben manche Heime Wartelisten. Eine Erklärung dafür ist, dass der Wettbewerb zu funktionieren scheint: Es gibt Häuser, die aufgrund ihrer Lage oder ihres Angebots begehrter sind als andere.

Nach wie vor stecken Träger viel Geld in Pflegeheime, trotz des Überangebots. Aber nicht immer wird es in zusätzliche Plätze investiert, sondern in die Sanierung bestehender Heime. Dabei verringert sich in der Regel die Platzzahl, weil aus früher gängigen Mehrbett- Einbettzimmer gemacht werden. Ohne eine solche Modernisierung hätte ein Heimträger auf dem Pflegemarkt schnell das Nachsehen.

In jedem Stadtteil sieht es anders aus

Aber es gibt auch zusätzliche Angebote, wie ein Blick nach Frankfurt zeigt: In der Innenstadt baut der Caritasverband das „Lebenshaus St. Leonhard“, das auch 36 Pflegeplätze hat, und in Sachsenhausen will die Markus-Diakonie in einem Neubau mit Seniorenwohnungen 49 Pflegeplätze anbieten. Beide Träger werden ihr Engagement eingehend geprüft haben – sie sehen jedenfalls einen entsprechenden Bedarf in den jeweiligen Vierteln trotz des insgesamt herrschenden Überangebots.

Wieder anders sieht es im Stadtteil Fechenheim aus: Dort baut der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe ein neues Heim, das einen Altbau ersetzen soll. An diesem Beispiel zeigt sich, wie wichtig größere Verbünde im Pflegemarkt sind: Der vorige Träger des Hauses, eine Stiftung, war alleine nicht in der Lage, das Projekt zu stemmen. Das Haus wird das siebte Pflegeheim des Verbands sein.

Die Plätze werden in Zukunft rar werden

Zu Recht verweisen Fachleute darauf, dass in nicht allzu ferner Zukunft von einem massiven Überangebot an Plätzen kaum noch die Rede sein dürfte: wenn die Zahl hochaltriger, von einer Demenzerkrankung bedrohter Menschen steigen wird, von denen viele nicht mehr zu Hause versorgt werden können – weil sie keine Angehörigen haben oder diese eine Rund-um-die-Uhr-Pflege nicht mehr leisten können.

Derzeit leben in Frankfurt noch drei Viertel der Pflegebedürftigen zu Hause. Das wird sich ändern – und der Markt der Pflegeheime bald unter anderen Vorzeichen stehen.

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Jahrgang 1965, Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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