15.02.2010 · Sie sind zu loben, die Regionalplaner, die ihre Aufgabe ernst nehmen und einem von ihnen selbst erarbeiteten Einzelhandelskonzept nun auch folgen wollen. So wie im Fall Ikea in Hofheim.
Von Mechthild HartingSie sind zu loben, die Regionalplaner, die ihre Aufgabe ernst nehmen und einem von ihnen selbst erarbeiteten Einzelhandelskonzept nun auch folgen wollen. Doch gleichzeitig ist es völlig unverständlich, bei welchen Vorhaben sich die Region einmischt und mitdiskutiert und welche plötzlich auf der grünen Wiese entstehen, ohne zuvor je mit einem Wörtchen gewürdigt worden zu sein. Die Rede ist vom derzeitigen Streit um die Erweiterungspläne von Ikea in Hofheim-Wallau, die die Region verhindern will, während sie gleichzeitig zu der gesamten Entwicklung im südhessischen Weiterstadt geschwiegen hat, da es keine entsprechenden Vorlagen durch das Regierungspräsidium (als Geschäftsstelle der Regionalversammlung Südhessen) gegeben hatte.
Was planungsrechtlich möglicherweise von Fachleuten zu erklären ist, versteht kein normaler Mensch. Im Fall der Deutschlandzentrale von Ikea in Hofheim-Wallau dreht sich der Streit um knapp 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, auf denen unter anderen Elektroartikel und Babysachen verkauft werden sollen. Das seit 2008 geltende regionale Einzelhandelskonzept sieht zu Recht vor, dass solche „innenstadtrelevanten Sortimente“ tatsächlich nur in Innenstädten verkauft werden sollen.
Konsequenz zu befürworten
So weit, so gut. Wenn die Regionalversammlung, die wesentlich auf Drängen der SPD das Einzelhandelskonzept eingeführt hat, nun beschließt, im Fall Ikea das Konzept konsequent anzuwenden, so ist das zu befürworten. Wobei es einer CDU/FDP-Mehrheit in der Regionalversammlung allein deshalb leicht fallen dürfte, streng vorzugehen, als an der Spitze der Stadt Hofheim eine SPD-Bürgermeisterin steht.
Die Regionalversammlung beziehungsweise die Region darf dann auch nicht andernorts die Augen vor Wildwuchs verschließen. Eine Entwicklung wie in Weiterstadt dürfte es ohne Mitsprache der Region künftig ebenso wenig geben wie die vielen Märkte in den Gewerbegebieten, die sich längst zu Fachmarktzentren mausern und munter „Innenstadtrelevantes“ verkaufen. Wenn konsequent, dann bitte richtig.